Neues Industriedenkmal am Loerweg zieht zahlreiche Interessenten an

Dahlmann schlägt Drahtrolle

Leander zeigte sich vom Schleifstein der Evingser Drahtrolle schwer angetan. Foto: Hornemann

Altena - Denkmalpfleger Jürgen Wagner hatte es schon in Verdacht: „Dahlmann wird beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, übertrumpfen.“ Altes Gebäude - frisch wiederentdeckt. Das zog natürlich zahlreiche Gäste zum Loerweg, besonders jene, die als Kind den alten Gustav Dahlmann gern geärgert haben.

Streiche spielen konnte man dem Fabrikanten gut. Seine Gießerei war leicht zugänglich und doch von genügend kleinen Fluchtwegen umgeben, so dass die Nachbarskinder flott über alle Berge waren, wenn sie mal wieder die Rolle angehalten hatten. „Klümpchen Dahlmann“ wurde er genannt, erinnern sich die Nachbarn. Ob der Name von den Metallklumpen herrührte, die in der Fabrik eingeschmolzen wurden, oder von den vielen Kleinaufträgen, die von den Mitarbeitern übernommen wurden, ist nicht überliefert.

Aber: Es sind noch viele Maschinen gut erhalten. Und die neuen Hausbesitzer sind bereit, zwischendurch Interessenten reinschauen zu lassen, so dass die Gießerei der Öffentlichkeit erhalten bleibt. Unterstützt werden sie dabei von Jürgen Wagner, der Altenas Denkmäler pflegt. Er ist Ansprechpartner für den noch zu gründenden Förderverein zum Erhalt des Industriestandorts. Die Werkstätten sind nicht mal außer Betrieb: Die neuen Eigentümer nutzen sie privat. Angemeldeten Gruppen wollen sie die drei zugänglichen Etagen gern zeigen, Jürgen Wagner (j.wagner@altena.de, Tel. 209-348) steht als Ansprechpartner für Interessenten zur Verfügung, die selbst Führungen durch das Werk übernehmen könnten.

Solche Menschen hat der Heimatverein Evingsen natürlich längst im Team. Die Mitglieder öffneten gestern noch die Drahtrolle am Hurk. Zum nächsten Tag des offenen Denkmals werden die Geräte zum Teil schon einer Generalüberholung unterzogen sein. Das ist der erste Schritt, den die Betreiber des Industriekulturdenkmals gehen möchten, bevor sie ein neues museumspädagogisches Konzept entwickeln und mit der neuen Drahtrollen-Route verknüpfen möchten. Aber auch am bewährten Interieur des Häuschens am Hurk finden Menschen Gefallen: Gestern hatte es großen Zulauf.

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