Geschichte der Iserlohner Kreisbahn

Dr. Rolf Löttgers (links) und Wolfgang R. Reimann gestern bei der Präsentation ihres Buches im Hemeraner Felsenmeer-Museum. Die Dokumentation arbeitet umfangreich die Geschichte einer Kleinbahngesellschaft auf. -  Foto: Keim

Altena - Ja, über die Iserlohner Kreisbahn (IKB) sei schon Vieles geschrieben worden – „aber auch viel Falsches“, sagt Dr. Rolf Löttgers. Der gebürtige Altenaer hat zusammen mit Wolfgang R. Reimann ein neues Standardwerk zu dieser Kleinbahn vorgelegt.

Am Mittwoch wurde der erste Band – „Von Hohenlimburg nach Hemer und Altena“ im Felsenmeer-Museum in Hemer vorgestellt. Er beschreibt auf 183 Seiten eines der Standbeine der IKB, den Straßenbahnverkehr. Und Löttgers bekannte bei dieser Gelegenheit, welche der sechs sehr unterschiedlichen Strecken sein besonderes Steckenpferd ist: „Die Linie Westig - Ihmert - Altena“ ist meine Lieblingsstrecke“. So dürfe auch ein Blick über den Zaun nicht fehlen, weshalb auch die Kreis Altenaer Eisenbahn (KAE) in dem Buch kurz behandelt wird.

Genau genommen handele es sich bei der Lieblingsstrecke um derer zwei: Eine führte von Westig über Ihmert bis Pleuger, die andere von Altena nach Dahle. Letztere bot eine Besonderheit: Es gab hier die steilste Stelle im gesamten IKB-Netz, nämlich auf den letzten Metern vor der Endstelle im Dahler Ortskern.

Um das Ende des Altenaer Teils der IKB zu dokumentieren, hatte Löttgers im Jahr 1965 sogar die Zeit für seine Abiturklausur freiwillig verkürzt. Für Altenaer und Eisenbahnfreunde sind neben der geschichtlichen Darstellung sicher auch die zahlreichen Abbildungen interessant.

DGEG Medien, ISBN 978-3-937189-86-4, Euro 39,80

Das Buch enthält über 470 Farb- und Schwarzweiß-Fotos. Löttgers bedankte sich ausdrücklich bei drei Altenaer Stellen, die bei der Recherche sehr hilfreich gewesen seien. Er nannte das Stadt- und das Kreisarchiv, aber auch den Heimatverein Evingsen, der ihm „sehr viel geholfen“ habe.

Die IKB, bis 1942 übrigens Westfälische Kleinbahnen AG, umfasste in ihrer Blütezeit ein Netz von rund 50 Kilometern elektrifizierten Meterspur-Strecken. Die „Stammlinie“ 1 führte von Hohenlimburg über Iserlohn und Westig nach Hemer.

Die Betriebsgeschichte der IKB wird in dem Buch ebenso ausführlich behandelt die Strecken und die verwendeten Fahrzeuge. In Band 2, der für Herbst oder Winter diesen Jahres vorgesehen ist, wird es dann speziell um den Güterverkehr gehen. Der sei, das sagte Dr. Löttgers in einem kleinen Ausblick, „in Deutschland einmalig“ gewesen. - Von Thomas Keim

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