Kampf gegen die Windräder in Altena

Ein Teil des Vorstands des neuen Vereins „Bürgerinitiative Rettet den Kohlberg“. Foto: Bender

Altena - Es war wieder voll bei Droste in Dahle – wie immer, wenn es um die Windräder geht. Rund 60 Altenaer, Neuenrader und Balver interessierten sich am Dienstagabend für die Gründung des Vereins „Bürgerinitiative Rettet den Kohlberg“. 44 davon erklärten noch während der Versammlung ihren Beitritt.

Hintergrund der Vereinsgründung sind natürlich die auf dem Kohlberg geplanten Windräder – aber von denen ist in der Satzung mit keinem Wort die Rede. Immerhin will der Verein nicht nur ins Vereinsregister eingetragen, sondern auch als gemeinnützig anerkannt werden. Dazu muss die Satzung den Zweck des Vereins entsprechend definieren. Er setzt sich deshalb für „die Förderung des Naturschutzes“ und den Schutz der Umwelt sowie den Schutz der Menschen vor schädlichen Umwelteinflüssen ein.

Schädliche Einflüsse werden beobachtet

Dazu will er die Region „um Altena und Neuenrade und darüber hinaus“ auf schädliche Einflüsse hin beobachten, die Bevölkerung informieren und Kontakte zu Entscheidungsträgern pflegen – um nur einige Punkte zu nennen.

Diskutiert wurde im Wesentlichen nur über einen Punkt: Die Verwendung des Vereinsvermögens im Falle seiner Auflösung. Die Autoren des Satzungsentwurfes schlugen vor, das Geld dann an den SGV zu geben. In der Versammlung wurden weitere Vorschläge geäußert wie Greenpeace oder der Naturschutzbund. Am Ende blieb’s beim SGV, die Abstimmung darüber fiel knapp aus.

Das kann man bezüglich der Vorstandsämter nicht behaupten, sie wurden jeweils einstimmig besetzt. Zum Vorsitzenden wählte die Gründungsversammlung Dr. Frank Hoffmann. Stellvertreter wurden Wilfried Bracht (Dahle), Wilhelm Förster (Evingsen) und Ulrich Schorner (Neuenrade) – es lag den Gründern sehr daran, dass das gesamte Gebiet rund um den Kohlberg im Vorstand vertreten ist. Schriftführer wurde Martin Benz. Als Schatzmeisterin stellte sich Jeanette Prinz zur Verfügung.

Eine längere Diskussion wurde über die Höhe der Beiträge geführt. Am Ende blieb es bei den drei Euro im Monat, die ein die Gründung vorbereitender Initiativkreis vorgeschlagen hatte.

Nach diesen notwendigen Formalien ging es dann um die Sache selbst, also um den Kampf gegen die Windräder. Dabei wurde deutlich, dass schon viel passiert ist: 1400 Unterschriften gegen das Vorhaben sind gesammelt, am Quitmannsturm hängt ein Protestplakat, jede Menge Flugblätter wurden verteilt – in Neuenrade sogar an jeden Haushalt, wie Ulrich Schorner berichtete. Er bestätigte aber auch, was manch anderer Versammlungsteilnehmer vorher schon beklagt hatte: Während in Dahle die Anti-Windkraft-Reihen fest geschlossen seien, sei in Evingsen und vor allem in Neuenrade noch viel Überzeugungsarbeit erforderlich.

Detlef Stägert, für die Freien Wähler im Neuenrader Rat, wünschte sich, dass den Bürgern seiner Stadt die Dimensionen der Anlagen deutlicher als bisher vor Augen geführt werden.

Jetzt wird darüber nachgedacht, an den geplanten Standorten an 200 Meter langen Schnüren Ballons aufsteigen zu lassen, wozu eine Genehmigung der Bezirksregierung erforderlich wäre, wie Altenas ehemaliger Ordnungsamtsleiter Willi Beckmerhagen zu berichten wusste.

Neuer Verein personell gut aufgestellt

Immer wieder freute sich Dr. Frank Hoffmann darüber, wie viel Knowhow in den Mitgliedern steckt – der eine kennt sich mit neuen Medien bestens aus, der andere bot an, seine berufliche Erfahrung aus dem Rechnungswesen einzubringen und herauszufinden, wer eigentlich die Profiteure von Windkraftanlagen seien und was ihr wirtschaftlicher Hintergrund sei.

Aktionen seien wichtig und notwendig, sagte der Gründungsvorsitzende. Wichtig sei aber auch, das in Neuenrade laufende Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans fachlich fundiert zu begleiten. Deshalb müsse auch erwogen werden, sich jetzt schon an die Bezirksregierung zu wenden – sie muss das Neuenrader Vorhaben absegnen, wenn der dortige Rat die „Vorrangfläche“ auf dem Kohlberg beschließen sollte. Hoffmann will jetzt mit seinem Vorstand darüber nachdenken, die Aufsichtsbehörde auf „offensichtliche Mängel“ jenes Gutachtens hinzuweisen, das den Bau der Windräder auf dem Kohlberg empfiehlt. Es sei erkennbar nicht ergebnisoffen und deshalb „argumentativ schwach“.

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