60 Tonnen ohne Kran bewegt

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Geschafft: Die gelbe Transportplattform wurde angehoben, dann konnte der neue Trafo mit Greifzügen an seinen Platz gezogen werden.

Altena -  Nach alter Väter Sitte wurde am Mittwoch im Kleff gearbeitet: Mit Greifzügen, also rein mechanisch, zogen Mitarbeiter einer Spedition einen neuen Trafo in das Umspannwerk der Enervie.

Über 60 Tonnen hatten sie zu bewegen - gut, dass schon beim Bau solcher Anlagen auf das spätere Handling geachtet wird. Der Umformer steht auf Stahlrädern, die denen eines Eisenbahnwaggons ähneln. Der Schwertransporter fuhr neben das Tor, durch das der Trafo in das Gebäude gefahren wurde, es wurden zwei provisorische Schienen verlegt und schon konnte es losgehen. „Alles kein Problem“ – der Fahrer des vielachsigen Lastwagens ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, auch nicht vom komplizierten Weg zurück. Er musste sein Fahrzeug rückwärts durch die engen Straßen im Kleff rangieren.

Monteuere der Herstellerfirma SGB müssen jetzt noch Anbauteile wie zum Beispiel Kühlrippen am Umformer befestigen, dann kann er ans Netz gehen. Insgesamt investiert Enervie 400 000 Euro in diese Maßnahmen zur Sicherung und Modernisierung ihres Hochspannungsnetzes im Bereich Altena und geht im Gegenzug von einem verringerten Wartungsaufwand aus. Außerdem verfügt die neue Anlage über eine verbesserte technische Ausstattung und eine angepasste Leistungsfähigkeit.

Der bislang im Umspannwerk Altena in Betrieb befindliche Transformator mit einer elektrischen Leistung von 50 Megavoltampere (MVA) hatte die Grenze seiner wirtschaftlichen Lebensdauer erreicht und wurde deshalb Ende 2015 demontiert und zur Verschrottung durch ein Entsorgungsunternehmen nach Coesfeld transportiert.

Eigentlich sollte die neue Anlage direkt danach eingebaut werden. Daraus wurde aber nichts, weil bei der Endabnahme Mängel entdeckt wurden, die zunächst abgestellt werden mussten. Eine Gefahr für die Stromversorgung bestand allerdings zu keiner Zeit: Im Kleff sind insgesamt drei Transformatoren verbaut, jeder davon ist allein in der Lage, Altena mit Strom zu versorgen. Die gesetzlich vorgeschriebene doppelte Absicherung war also jederzeit gegeben. Angedacht sei, mittelfristig die älteste der drei Anlagen zu entfernen, teilte Enervie-Sprecher Andreas Köster mit.

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