Kochen gegen Langeweile im Stellwerk Altena

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Männer an den Topf: Im Stellwerk kochten junge Flüchtlinge und lernten dabei auch, dass die Arbeit in der Küche nicht unbedingt reine Frauensache ist.

Altena - Gut genutzt wird die neue Küche, die die Firma Lechtenbrink ins Stellwerk-Haus an der Lüdenscheider Straße eingebaut hat. Am Mittwoch kochte dort die Jugend – und zwar Kartoffelsuppe.

Am Mittwoch kümmerte sich die engagierte Mitarbeiterin des Stellwerks um jugendliche Flüchtlinge. Jungen und Mädchen aus Syrien, Eritrea und Albanien sowie einige Kurden waren gekommen, um gemeinsam ein Viergänge-Menü zuzubereiten. 

Die jungen Flüchtlinge besuchen allesamt die Integrationsklassen und haben jetzt in den Ferien genau das gleiche Problem wie ihre deutschen Altersgenossen: Ihnen ist langweilig. „Deshalb bin ich auf die Idee gekommen, mit ihnen zu kochen“, sagt Mehari. „Ich will sie ein bisschen beschäftigen und sie sollen Spaß dabei haben.“ 

Etwa zwei Dutzend Jugendliche aus vier Nationen waren der Einladung des Stellwerks gefolgt. Sie kochten typisch deutsch.

Gekommen waren etwa zwei Dutzend junge Menschen (geschätztes Alter zwischen elf und 17), etwa ebenso viele Mädchen wie Jungen. Letzteren sah man an, dass der Umgang mit Sparschäler und Kochlöffel für sie noch eher ungewohnt ist.

Während Kochen manchen deutschen Mannes liebstes Hobby ist, sind in den Flüchtlingsfamilien die Strukturen noch traditioneller als bei uns – „da kocht schon meistens die Mutter“, erklärt Mehari. Eine Ausnahme bildet Kalil al da Kouri. Er lebt mit seinem Vater alleine, die Hausarbeit teilen sich die beiden Männer notgedrungen. 

Mit langen Zähnen ging trotzdem keiner an die Arbeit: Die Jungs schälten und schnitten, was das Zeug hielt und standen den Mädchen in nichts nach. 

Eine ordentliche Menge Kartoffeln wurde verarbeitet und anschließend zu einem deftigen, vegetarischen Eintopf verarbeitet. Und weil es gar nicht so einfach ist, 22 Teenager satt zu bekommen, gab es noch Nudelauflauf und Salat und als Dessert ein Eis. Das kam besonders gut an – Süßes ist halt international.

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