St. Vinzenz in Altena unter neuer Führung

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Altena - Im Verwaltungstrakt des Krankenhauses wurden zum Wochenbeginn Schilder ausgetauscht: „Andrea Arnold“ steht jetzt an der Tür der Geschäftsführung.

Die 43-jährige Thüringerin kümmert sich ab sofort um das Tagesgeschäft in Altena. Sie ist neben Michael Kaufmann die zweite Geschäftsführerin der Lenne-Kliniken, die das Haus zum 1. Januar übernommen haben. Damit seien die Zukunft des Krankenhauses und des Pflegeheims und insgesamt 220 Arbeitsplätze gesichert, erklärten die beiden gestern. Sie streben eine enge Zusammenarbeit mit dem Plettenberger Krankenhaus an, wo Kaufmann ebenfalls Geschäftsführer ist. Ziel sei es, auf allen Gebieten zu kooperieren, um die Zukunft beider Häuser zu sichern und den Bewohnern des Lennetals eine „wohnortnahe, qualitativ hochwertige medizinische und pflegerische Betreuung anzubieten“, heißt es in einer Presseerklärung zum Eigentümerwechsel.

 „Alles und jedes im Krankenhaus“ komme jetzt auf den Prüfstand, kündigte Andrea Arnold an. In den kommenden Wochen und Monaten werden also Kosten, Abläufe und Strukturen hinterfragt und auf Verbesserungsmöglichkeiten untersucht. Dabei werde sich aber an den Grundsätzen nichts ändern, versicherte Kaufmann: St. Vinzenz bleibe ein Haus der Grundversorgung mit innerer und chirurgischer Abteilung, auch die Geriatrie werde weiter eine wichtige Rolle spielen. Auch an der Notfallversorgung werde nicht gerüttelt. Gedanken müsse man sich über das Personal machen, sagte Arnold: Die Unsicherheit der vergangenen Monate habe dazu geführt, dass viele Stellen nicht besetzt seien und der Arbeitsdruck dadurch sehr groß sei. 

Erweiterung des Heims geplant

Die beiden Geschäftsführer stellten gestern bei Antrittsbesuchen unter anderem im Rathaus auch Marita Sievers vor. Sie ist Leiterin des dem Plettenberger Krankenhaus angegliederten Pflegeheims und wird in gleicher Funktion zusätzlich auch in Altena tätig. Geplant ist eine Erweiterung des Heims. Entsprechende Gespräche seien mit der Heimaufsicht beim Märkischen Kreis bereits geführt worden, sagte Kaufmann gestern.

Spezialist für Parkgebühren

Auch Michael Leisner stellte sich in Altena vor – er ist Bevollmächtigter der Schweizer Palanx Holding AG, der die Lenne-Kliniken gehören und die wirtschaftlich mit der Abaleo AG verflochten ist. Dabei handele es sich im einen IT-Anbieter, der Softwarelösungen auch für Krankenhäuser anbiete, hieß es gestern. Allerdings befindet sich dieser Geschäftszweig noch im Aufbau, die Restrukturierung der IT-Landschaft des Plettenberger Krankenhauses ist die einzige diesbezügliche Referenz auf der Homepage. In erster Linie kümmert sich Abaleo um Softwarelösungen für die Parkraumbewirtschaftung.

Sievers wird nicht die Einzige sein, die zwischen Altena und Werdohl pendelt. Auch die Pflegedienstleitung wird nun von Plettenberg aus erfolgen, Anästhesisten und andere Ärzte werden in beiden Häusern eingesetzt. Die Belegschaften beider Häuser seien froh über die neuesten Entwicklungen, schilderten die beiden Geschäftsführer gestern. In Altena wird ihnen das dadurch erleichtert, dass Dr. Rüdiger Balbach den Posten des ärztlichen Direktors übernimmt – er genießt auch Jahre nach seiner Pensionierung noch hohes Ansehen bei Mitarbeitern, Personal und niedergelassenen Ärzten. Er sei zwar bereit, bei Engpässen in der internistischen Abteilung aktiv mitzuarbeiten, sagte Arnold gestern.

Im Normalfall sei Balbachs Aufgabe aber die Organisation der medizinischen Versorgung und deren Überwachung. In den kommenden vier Wochen steht er allerdings nicht zur Verfügung, weil er einen schon lange geplanten Urlaub bei seinem in Südafrika lebenden Sohn macht.

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