Koch-Aktion für Flüchtlinge im Stellwerk Altena

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Männer und Frauen bereiteten das Essen gemeinsam in der kleinen Küche im Stellwerk zu.

Altena - „Kochen verbindet“ – das zeigt die Aktion von Nadja Mehari, die das Kochen mit Flüchtlingen ehrenamtlich im Stellwerk organisiert.

Die junge Frau ist seit rund acht Monaten in Altena und übernahm beim Kochen das Waschen des Gemüses.

Frauen, Männer und Kinder stehen zusammen in der kleinen Küche und bereiten verschieden Gerichte zu. „Zusammen kochen, zusammen essen, zusammen sein“, darauf komme es an, findet Mehari. Zwei verschiedene Gerichte gab es bei der zweiten Kochaktion am Mittwoch: Lasagne – nicht typisch deutsch, aber sehr bekannt – und Makluba – ein syrisches Gericht aus Fleisch, Auberginen und Reis – kochten zunächst sechs Flüchtlinge. Viel mehr passen in die kleine Küche vom Stellwerk auch nicht hinein. Doch um in Zukunft auch weiterhin „eine kleine kulinarische Weltreise“ zu machen, reiche es allemal, weiß Anette Wesemann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. Sie war sofort von Nadja Meharis Idee begeistert: „Ich begrüße so etwas.“ Das Stellwerk bezahle sogar die Lebensmittelkosten. 

Die neue Küche im Stellwerk stammt vom Förderprogramm „Zusammenkommen und Verstehen“ des Märkischen Kreises. Es ginge dabei um die Schaffung von Begegnungsstätten und da sei das Stellwerk der perfekte Ort dafür. „Wir wären verrückt, wenn wir die Küche nicht nutzen würden“, so Wesemann. Zu arabischer Musik wuschen und schnibbelten die Syrer am Mittwochnachmittag das Gemüse: Auberginen für das traditionelle syrische Gericht, Tomaten, Eisbergsalat und Frühlingszwiebeln für einen großen, bunten Salat. „Die Soße für die Lasagne habe ich schon vorbereitet und das Fleisch für Makluba vorgekocht“, sagte Mehari und hob dabei die Topfdeckel hoch. „Zum Nachtisch gibt es Erdbeerjoghurt.“ 

Rund 16 Flüchltinge waren beim Essen dabei

Alles lief gut, alle Anwesenden halfen fleißig mit, die Küche wurde immer voller. Dann sagte Mehari schockiert: „Ich habe den Reis vergessen.“ Ein Syrer machte sich direkt auf den Weg, um welchen zu besorgen. Das syrische Essen war gerettet. Gemeinsam wurde der Tisch gedeckt. „Rund 16 Flüchtlinge werden es beim Essen dabei sein“, sagte Nadja Mehari. Ihre Idee, gemeinsam zu kochen, werde gut angenommen. „So lernen sie sich auch untereinander besser kennen.“ Beim ersten Mal waren 22 Männer und Frauen dabei. „Da haben wir Gemüseauflauf gemacht.“ Wenn es möglich ist, möchte Nadja Mehari einmal in der Woche das gemeinsame Kochen und Essen anbieten. „Die Räume im Stellwerk sind sehr gefragt. Aber wir haben inzwischen einen übersichtlichen Plan“, fügte Wesemann hinzu. Es müsse geschaut werden, wann keine Deutschkurse stattfänden. Dann sei Platz. „Wenn Nadja das machen möchte, kann sie das gerne machen.“ 

Es sollen immer andere Gruppen zusammenkommen. „Vorher spreche ich mit den Teilnehmern über die Gerichte, die wir kochen wollen“, so Mehari. „Es gibt Überlegungen, Abende mit verschiedenen Mottos zu organisieren“, sagte die Gleichstellungsbeauftragte. Man könne beispielsweise auch mal einen Abend mit syrischem Essen veranstalten und dann auch deutsche Gäste einladen. „Oder auch einfach mal gemeinsam einen Kuchen backen und sich dann zum klassischen Kaffeetrinken zusammensetzen.“

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