Nach dem tragischen Unfall in Altena

Zustand der Elfjährigen hat sich laut Ärzten über Nacht "stabilisiert"

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Altena - Nach dem tragischen Verkehrsunfall von Dienstagmorgen auf der Fritz-Berg-Brücke in Altena gibt es aktuell eine  hoffnungsvolle Nachricht: Wie die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis auf Anfrage erklärte, hat sich der Zustand des elfjährigen Mädchens, das lebensgefährlich verletzt worden war, über Nacht nach Auskunft der Ärzte "stabilsiert".

Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Polizei, legte im Gespräch mit unserer Redaktion zurecht besonderen Wert auf die Feststellung, dass die Ärzte seit dem Unfall intensiv um das Leben des Mädchens kämpfen und dass es vor diesem Hintergrund nicht angebracht sei, darüber zu rätseln, ob das älteste der drei schwer verletzten Kinder nun definitiv außer Lebensgefahr sei.

Alleine die Nachricht vom "stabilisierten" Zustand des Kindes sei positiv. Die beiden Brüder der Elfjährigen (5/8) werden in einem anderen Krankenhaus behandelt.

Die besondere Tragik des Unfallgeschehens liegt laut Boronowski darin, dass sich die drei Kinder ausgerechnet am Dienstag offenbar zum allerersten Mal gänzlich alleine auf den Schulweg gemacht hätten. Zuvor seien sie nach dem Ende der Sommerferien stets von einem Elternteil begleitet worden. Der Kleinste wurde gerade erst eingeschult, er wird bald 6.

Am Dienstag waren sie auf der Fritz-Berg-Brücke bereits rund 50 Meter hinter der dortigen Bushaltestelle, als das Auto des 21-jährigen Altenaers aus noch unbekannter Ursache in einer Kurve bei starkem Regen auf den Gehweg geriet und die Kinder dort erfasste.

Mutmaßlich am Mittwoch werden Polizeibeamte versuchen, den ebenfalls verletzten jungen Mann zum Unfallgeschehen zu befragen. Ob er sich zum Sachverhalt einlässt, ist insofern noch völlig offen.

Bei Facebook haben sehr viele Menschen der Familie ihr Mitgefühl ausgesprochen und bekundet, dass sie allen Kindern auf dem Genesungsweg die Daumen drücken und den Eltern viel Kraft für die kommenden Tage und Wochen wünschen.

Im Bereich der Fritz-Berg-Brücke gibt es während der Schulzeit jeden Tag sehr viel Fußgängerverkehr durch Schüler. Die Brücke wird zum Beispiel benutzt von Schülern, die vom Busbahnhof am Markaner kommend auf dem Weg zum Burggymnasium oder zum Eugen-Schmalenbach-Kolleg sind.

Andererseits wird sie von Schülern genutzt, die in entgegengesetzter Richtung zur Grundschule Mühlendorf wollen. Im morgendlichen Berufsverkehr, das berichten Altenaer Kraftfahrer, komme es an und auf der Brücke immer wieder zu brenzligen Situationen, weil Schüler die Fahrbahn überqueren.

Im aktuellen Unfallgeschehen hat das aber keine Rolle gespielt, denn die Gruppe wurde auf dem Gehweg erfasst. Grundsätzlich ist es aber gar nicht notwendig, dass Kinder die Fahrbahn der Fritz-Berg-Brücke überhaupt überqueren. Dafür sorgen Treppenanlagen auf beiden Seiten an der Westseite der Brücke, also an der Bahnhofstraße.

Auf der Ostseite (Richtung Mühlendorf oder Markaner) gibt es eine Fußgängerbrücke und einen Fußweg hinauf Richtung Iserlohner Straße. Gegebenenfalls müssen für einen sicheren Seitenwechsel aber kleine Umwege in Kauf genommen werden.

Noch bei ihrer jüngsten Zusammenkunft in der vergangenen Woche hatte die Unfallkommission des Märkischen Kreises festgestellt, dass es auf dem Gebiet der Burgstadt keine besonderen Gefahrenstellen gibt. Der Kommission gehören Vertreter der Bezirksregierung, des Landesbetriebes Straßenbau.NRW, der Kreispolizeibehörde sowie der Straßenverkehrsbehörde des Märkischen Kreises an.

Aus Sicht der Polizei stellt der Bereich der Fritz-Berg-Brücke keine Zone mit besonderer Gefahr dar. Marcel Dilling, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, hat auf Anfrage der Redaktion die Zahl der Schulwegunfälle in der Burgstadt in Erfahrung gebracht. Die polizeiliche Statistik weist dabei für die Jahre 2013 und 2014 jeweils eine Null aus. Auch im Jahr 2015 gab es – bis Dienstagmorgen – keinen Schulwegunfall.

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