Ihmerter Straßen sollen zuerst erneuert werden

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Gesprächstermin in Ihmert: Der schlechte Zustand vieler Straßen war Thema einer Zusammenkunft von Unternehmern, Politikern und Behördenvertretern. Mit dabei: Die Landtagsabgeordneten Michael Scheffler (6. von links) und Inge Blask (4. von rechts).

Altena - Große Runde in der Firma THS in Ihmert: Mitinhaber Ingolf Hell hatte zusammen mit anderen Unternehmern Politiker und Behördenvertreter eingeladen, um mit ihnen über den schlechten Zustand der Landesstraßen im Raum Ihmert/Evingsen/Dahle zu sprechen. Mit dabei: Ludger Siebert, Leiter der Regionalniederlassung Südwestfalen von Straßen.NRW.

Was der zu sagen hatte, stimmt aus Altenaer Sicht nicht besonders optimistisch: Straßen.NRW wird zwar handeln, und das schon nächstes Jahr. Aber zuerst sind im kommenden Jahr zwei Straßen in Ihmert an der Reihe. Die L 698 zwischen Pleuger und Dahle kann „vielleicht“ 2017 erneuert werden, der Rest – also die Ortsdurchfahrt Evingsen und die gesamte Nette – folgen irgendwann später. Immerhin versprach Siebert, die Straßen im heimischen Raum stärker in den Fokus zu rücken: Dass viele davon sehr schlecht seien und dringender Handlungsbedarf bestehe, sei Straßen.NRW natürlich bekannt.

Gastgeber Hell sprach von einem insgesamt „sehr guten Gespräch“ – für einen der größten Kritikpunkte versprach Siebert nämlich schnelle Abhilfe: Entweder vor oder direkt nach den Sommerferien soll das völlig marode Straßenstück zwischen Elfenfohren und Ihmert repariert werden. Es ist so kaputt, dass dort inzwischen Tempo 30 gilt. Als „Unverschämtheit“ bezeichnete es einer der Gesprächsteilnehmer, dass dort vom Kreis auch noch geblitzt wird. Diese Kontrollen sind auch in Evingsen ständiges Thema.

Im Beisein von Roland Balkenhol (Abteilungsleiter Bauen) und der beiden Ortsvorsteher Thomas Schmitz (Evingsen) und Helmar Roder (Dahle) begründete Siebert ausführlich, warum es in Altena nicht schneller geht: Es ist nicht genug Geld da. 160 Mio. Euro pro Jahr würden in NRW zur Instandhaltung des Landstraßenetzes benötigt. In der Vergangenheit wurden nur rund 50 Prozent dieser Summe zur Verfügung gestellt. Immerhin berichtete die Landtagsabgeordnete Inge Blask (SPD), dass eine Aufstockung auf 150 Mio. Euro geplant sei.

Alles auf einmal geht auch aus logistischen Gründen nicht. Neuerdings sei bei fast allen Baumaßnahmen eine Vollsperrung erforderlich, berichtete Siebert – neue Unfallverhütungsvorschriften ließen Straßen.NRW keine andere Wahl. Es sei aber auch nicht ratsam, in einem relativ überschaubaren Bereich wie Ihmert/Dahle/Evingsen zum gleichen Zeitpunkt mehrere Straßen zu sperren.

Siebert nannte noch einen dritten Punkt, der im Bereich Altena gegen eine schnelle Sanierung der Straßen spricht: Während außerörtliche Strecken von der Planung her relativ unkompliziert seien, müsse Straßen.NRW vor der Sanierung von Ortsdurchfahrten umfangreiche Planungsgespräche führen – zum Beispiel mit den betroffenen Kommunen und den Stadtwerkern sowie anderen Versorgungsträgern. Das sei bisher weder für die Nette noch für Dahle und Evingsen geschehen. Oft kämen im Zusammenhang mit der Sanierung auch Kosten auf die Kommunen zu – zum Beispiel dann, wenn auch die Gehwege erneuert würden. Für die Stadt Altena könne das womöglich ein Problem werden, deutete Siebert an.

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