Lutherkirche in Altena vorerst leergeräumt

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Verrußt, verschmutzt und von Löschwasser gezeichnet sind große Teile der Deckenbemalungen in der Lutherkirche.

Altena - Für den Publikumsverkehr ist die Lutherkirche nach wie vor nicht zugänglich. Wenn sich doch einmal ein Besucher hierher verirren würde, er käme sich vor, wie auf einer Dombaustelle im Mittelalter.

„Seit ein paar Tagen ist das Kirchenschiff komplett leergeräumt“, erläutern Küsterin Angelika Kilsch und Baukirchmeisterin Karin Thomas. Die heimischen Tischlerei- und Schreinereimeisterbetriebe Dalüge und Frank haben sämtliche Bänke aus dem Kirchenschiff entfernt. Die Sitzmöbel, die noch im Jahr 2006 umfangreich saniert und damals „für die Ewigkeit montiert wurden“, wie Thomas scherzend anmerkt, werden von Grund auf aufgearbeitet und sollen dann in die Kirche zurückkehren. Doch bis dahin dauert es noch.

Kein Ende in Sicht

Küsterin Angelika Kilsch (links) und Baukirchmeisterin Karin Thomas im Innern der Lutherkirche.

Vorsichtig schätzen Kilsch und Thomas die Zeit, bis in der niedergebrannten Lutherkirche wieder Gottesdienst gefeiert werden kann, „auf mindestens ein gutes Jahr, wenn nicht länger.“ Das lehrt die beiden Frauen die Erfahrung. Denn Altenas ältestes Gotteshaus war erst in den Jahren 2005 bis 2007 umfangreich saniert worden. „Und jetzt das...“, sagen die beiden im Rückblick auf das mutwillig gelegte Feuer.

Gute Zusammenarbeit als Trostspender

Trost in all dem Ärger und Arbeitsstress, der auf beide Frauen zukommt: Die Kirchengemeinde war versichert, die Zusammenarbeit mit der Agentur verlaufe vorbildlich. Ein einziges fahrbares Gerüst steht zurzeit im Kirchenschiff. Fachleute werden es nutzen, um die Decke gezielt auf ihre Statik zu prüfen. Besonders im Bereich, wo das Feuer ausbrach, ist vermutlich viel Reparaturarbeit zu leisten. „Ich will mal nichts vorweg nehmen.

Noch viel zu tun

Schauen wir, warten wir das Ergebnis der Prüfung ab“, sagt Thomas. Ganz sicher müssen Decke, Wände und Inventar aber aufwändig saniert werden. Man spreche nicht von Malerarbeiten, „alles geschieht im Zusammenspiel mit der Denkmalbehörde und ganz sicher ganz behutsam“, weiß das Frauen-Duo.

Orgel muss saniert werden

Auch die Orgel im Kirchenschiff ist durch das Feuer so angegriffen, das sie einer gründlichen Überarbeitung bedarf. Was das alles einmal kosten soll, Karin Thomas zuckt die Schultern. „Die Restaurierung vor zehn Jahren hat ungefähr 1,1 Mio. Euro verschlungen. Das weiß ich noch genau.“ Eine Prognose wagt sie deshalb nicht.

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