Betroffenheit nach Feuer in der Kirche

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Der Orgel in der Lutherkirche galt gestern Nachmittag das Interesse von Thomas Wiggering. Der Orgelbaumeister aus Schmallenberg war gekommen um zu prüfen, ob Hitze und Brandrauch dem Instrument zugesetzt haben.

Altena -  Am Morgen nach der Brandnacht bietet das Innere der Lutherkirche ein schlimmes Bild. Es riecht nach Brandrauch, von der Empore tropft Löschwasser und sammelt sich in Pfützen auf dem Boden. In der Nordwest-Ecke des Kirchenschiffs, wo die Flammen am Aufgang zur Empore am stärksten gewütet haben, ist der Putz von den Wänden abgeplatzt - nackte Steine sind zu sehen. Das Deckengewölbe ist vom Brandrauch geschwärzt.

In einem kleinen Haufen aus Brandschutt liegen draußen durchweichte Gesangbücher und ein paar Zifferntafeln, mit denen die Lieder für den Gottesdienst angeschlagen werden.

Dr. Dietmar Kehlbreier berichtete bei einer Pressekonferenz am Sonntagnachmittag im Lutherhaus von Handwerkern, die während der Sanierungsarbeiten im Jahr 2006/2007 in der Kirche gearbeitet hatten. „Die waren den Tränen nahe“, schilderte der Geistliche die Reaktion der Männer auf den Anblick nach dem Brand.

Als Vertreter des Bürgermeisters nahm Kämmerer Stefan Kemper an dieser Zusammenkunft teil. Kemper sicherte jedwede Unterstützung der Kommune zu. Dass ein solches Wahrzeichen der Stadt schwer beschädigt wurde, erschüttere ihn wie fast alle Altenaer.

Betroffenheit, Fassungslosigkeit und auch Wut war zu spüren in der Stadt – ist zu spüren. Und wer gestern Mittag durch die Kirchstraße ging, konnte auf Höhe der Kirche noch deutlichen Brandgeruch bemerken.

Hoher Sachschaden nach Brand in der Lutherkirche

Unterdessen waren die Brandermittler der Kriminalpolizei am Tatort. „Wir gehen nach wie vor von Brandstiftung aus“, sagte am Montag Marcel Vormann, der Pressesprecher der Kreispolizeibehörde. Möglicherweise sei der Täter eher von kleiner oder schmächtiger Gestalt. Es gehe jetzt darum, Rückschlüsse auf das Geschehen in der Tatnacht zu ziehen. Auch soll noch einmal mit den Zeugen gesprochen werden, die den Brand gemeldet hatten. Hierbei handelte es sich um Mitarbeiterinnen des nahe gelegenen Scheuner-Hauses.

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Erste Weichenstellungen zum künftigen Gemeindeleben sollten bei einer Sondersitzung des Presbyteriums getroffen werden, die am Montagabend stattfindet. Dabei sollte auch die Frage geklärt werden, wie – und wo – die Verabschiedung von Pastor Dr. Dietmar Kehlbreier stattfindet, die am Pfingstmontag vorgesehen ist.

In der Kirche werden sich in den nächsten Tagen zweifellos verschiedene Fachleute die Klinke in die Hand geben. Es muss der Zustand der Deckenbemalung unter die Lupe genommen werden, die Statik der Empore – und, und, und. Zu den Ersten vor Ort gehörte gestern Thomas Wiggering als Orgelsachverständiger. Er war gekommen um herauszufinden, ob das Instrument in der Brandnacht etwas abbekommen hat. - Von Thomas Keim

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