Messerattacke, Tritte und Ohrfeige

Montag soll ein Urteil gegen 43-jährigen Kohlberghaus-Bewohner fallen

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Sicherungsverfahren gegen 43-jährigen Bewohner des Dahler Kohlberghauses läuft.

Altena - Im Sicherungsverfahren gegen einen 43-jährigen Bewohner des Kohlberg-Hauses deutet alles auf eine dauerhafte Einweisung in eine geschlossene psychiatrische Klinik hin. 

Sowohl Staatsanwalt Hagemann als auch Strafverteidigerin Julia Kusztelak stellten im Landgericht Hagen gestern entsprechende Anträge in ihren Schlussplädoyers. Staatsanwalt Hagemann listete noch einmal die Vorkommnisse aus der Zeit zwischen August und Dezember 2015 auf, die der Antragsschrift zugrundelagen: Ein Angriff mit heißem Kaffee, bei dem das Ohr eines Betreuer verbrüht wurde, Tritte gegen Mitbewohner und eine Ohrfeige für einen Betreuer. 

Mit Messer und Gabel auf Mitbewohner losgegangen

Der gefährlichste Vorfall war erst während der Hauptverhandlung zutage getreten: Da war der 43-Jährige mit einem Messer und einer Gabel auf einen Mitbewohner losgegangen und hatte ihn an der Augenbraue und am Hals verletzt. Selbst durch die engmaschige Betreuung im Kohlberghaus hätten solche Vorkommnisse nicht verhindert werden können, stellte der Staatsanwalt fest. 

Umso mehr seien bei einer möglichen Freilassung weitere Körperverletzungen, Drogenmissbrauch und die damit verbundene Beschaffungskriminalität zu erwarten. Der 43-Jährige müsse deshalb in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden. Die zu verhängende Maßregel dürfe auch nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. 

Rechtsanwältin Julia Kusztelak zeichnete ein sehr persönliches Bild von ihrem Mandanten, den sie seit vielen Jahren kenne. „Das Kohlberghaus ist gar nicht mehr in der Lage und auch nicht mehr gewillt, ihn zu betreuen“, schilderte sie seine ausweglose Lage. Es sei ihm im Laufe der Jahre zusehends schlechter gegangen. 

Die Diagnose einer „hebephrenen Schizophrenie“, die dissoziale Persönlichkeit des 43-Jährigen und dessen „exzessive Polytoxikomanie“ (vielfältige Drogensucht) erlaubten keine andere Entscheidung als die Einweisung in die „Geschlossene“. Doch die Anwältin erinnerte auch an das „ganz erbärmliche Leben“ ihres Mandanten in Eickelborn, der dort ohne Gegenstände in seiner Einzelzelle hause, da er in Altena wiederholt Gegenstände verschluckt hatte. 

Die umfangreiche Beweisaufnahme im Sicherungsverfahren sei wichtig gewesen, um eine gut begründete Entscheidung über die Zukunft ihres Mandanten zu treffen. „Das ist eine sehr traurige Geschichte.“ Das Urteil soll am Montag ab elf Uhr verkündet werden.

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