Müll ist keine einfache Sache

Mehrmals muss Monika Tölken ihre Touren unterbrechen, um ihre Wagenladungen beim Außenlager am Pragpaul in große Container abzukippen. Das kostet viel Zeit. Foto: Reichelt

Altena - Papier und Pappe stapeln sich neben den dafür vorgesehenen Containern. Teilweise sind die Kartons mit Restmüll gefüllt oder enthalten Plastik- und Styroporreste. Monika Tölken, Mitarbeiterin des Baubetriebshofs, kümmert sich viermal pro Woche um solchen Müll anderer Menschen, der nicht richtig entsorgt wird. Das AK hat sie begleitet.

Um acht Uhr macht Monika Tölken sich auf den Weg zu den Containerstandorten. Seit insgesamt 21 Jahre arbeitet sie für die Stadt. „Früher war ich Gärtnerin. Wegen meiner Tochter habe ich zu dem Teilzeitjob gewechselt“, erzählt sie.

Der andauernde Regen erschwert ihr diesmal die Arbeit. „Aus durchweichten, vollgesogenen Kartons fällt häufig eine Menge raus“, sagt sie.

Circa 50 Standorte gibt es in Altena. Fast an jedem findet man außerhalb der Container Müll. „Meistens sind es Papier und Pappe.“ Doch auch Kühlschränke, Stühle, Matratzen und Teppiche werden von den Menschen dort abgelegt.

„Da fragt man sich, wer sich überhaupt die Mühe macht, einen Kühlschrank in sein Auto zu laden. In Altena muss man doch nur ein Kärtchen ausfüllen“, sagt Volker Richter, Leiter des Baubetriebshofs. Denn dann werden sowohl Elektrogeräte als auch Sperrmüll zu bestimmten Zeiten vor der Haustür abgeholt. Eine weitere Alternative sind die Bringhöfe in Werdohl und Letmathe.

Monika Tölken, Mitarbeiterin des Baubetriebshofs, kümmert sich seit elf Jahren um die Containerstandorte in der gesamten Stadt.

Monika Tölken verfrachtet fast alles selbst in ihren Wagen – auch Kühlschränke. „Das geht schon“, meint sie mit einem Schulterzucken. Bei durchnässten Teppichen und Matratzen sehe es aber anders aus. Da müsse häufig ein Kollege kommen und helfen. Auch an den Grüncontainer-Standorte komme das vor. „Da wurden teilweise schon Lkw-Ladungen an Grünschnitt abgelegt. Oder auch Wurzeln und Bäume, die ich alleine nicht entsorgen konnte“, sagt die ehemalige Gärtnerin.

Wenn die Zeit es erlaubt, fegt die Mutter einer Tochter auch die letzten Reste an den Standorten zusammen. „Sie ist sehr gründlich“, lobt Richter. Doch die Zeit ist häufig das Problem. Wenn Kartons beispielsweise bis oben hin gefüllt sind und beim Anheben alles herausfällt oder Müllbeutel auslaufen, dann kostet das viel Zeit. „Manchmal kann ich dann nur den Grobmüll einsammeln“, so Tölken.

Nach elf Jahren in diesem Beruf ärgert sich Monika Tölken nicht mehr über das Verhalten der Menschen. Es gebe nur wenige Situationen, in denen es sie überhaupt noch nerve. „Mit Farbeimern habe ich mir schon einmal das ganze Auto verdreckt“, erzählt sie. Sie schaue ja nicht in jeden Eimer oder Karton hinein. Und kurios ist für sie gar nichts mehr. Aber bis heute blieb er ein Fund im Kopf: „Als Gärtnerin habe ich einmal 1400 DM gefunden.“ Natürlich hat sie es mitsamt Portemonnaie im Fundbüro der Stadt abgeben.

„Die Stadt ist Mitglied im Zweckverband für Abfallbeseitigung (ZfA) und bekommt Geld für die Pflege der Containerstandorte“, erklärt der Bauhof-Leiter. Viermal in der Woche fährt Monika Tölken ihre Routen ab.

Samstags und mittwochs steht die Innenstadtreinigung auf dem Plan. „Montags bin ich im unteren Stadtgebiet und in der Rahmede unterwegs“, sagt sie. Freitags seien Evingsen und Dahle an der Reihe.

Mehrmals muss sie auf den Routen ihre Wagenladung abkippen – so viel Müll sammelt sie ein. Das geschieht beim Außenlager am Pragpaul. „Es gibt Tage, da muss ich mehr als dreimal abkippen. Wenn ich in Evingsen oder Dahle unterwegs bin, kostet das wieder unglaublich viel Zeit“, sagt sie. Für ihre Arbeit habe sie allerdings auch schon positive Rückmeldungen von den Menschen bekommen.

Fazit der Tour mit Monika Tölken zu den Containerstandorten: Müll trennen und richtig entsorgen ist eigentlich ganz einfach – aber nicht für jeden.

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