Chef der Lennekliniken nennt keine Gründe

St. Vinzenz-Krankenhaus zahlt weiter schleppend

In der Belegschaft wächst der Unmut.

Altena - Im Krankenhaus wird der Ton zwischen Geschäftsführung und Belegschaft schärfer. Das berichten übereinstimmend mehrere Mitarbeiter.

Nach ihrer Darstellung hat Michael Kaufmann, der Chef der Lennekliniken GmbH, Mitarbeitern eine laxe Arbeitsmoral vorgeworfen. Das sei eine Retourkutsche auf die Aufforderung des Betriebsrates gewesen, die Gehälter endlich pünktlich und vollständig zu bezahlen. Dazu hat die Mitarbeitervertretung Kaufmann in der vergangenen Woche aufgefordert – allerdings erfolglos. „Doch, ist bezahlt“ – mit dieser lapidaren Mitteilung antwortete Michael Kaufmann am Dienstag auf die Frage unserer Zeitung, ob das Septembergehalt überwiesen worden sei. 

Wieder nur Abschlagszahlungen

Die Wahrheit ist: Es gab wie schon in den Monaten zuvor nur eine Abschlagszahlung. Und dieses Geld ging wieder nicht – wie gesetzlich vorgeschrieben – am Monatsersten bei den Mitarbeitern ein, sondern erst am Dienstag. Gründe dafür wollte Kaufmann nicht nennen. 

Manche Mitarbeiter seien ernsthaft in der Bredouille, weil sie aufgrund der schleppenden und unvollständigen Gehaltszahlungen Mieten und andere regelmäßige Ausgaben kaum noch aufbringen könnten, heißt es aus Kreisen der Mitarbeiter. 

Banken helfen nicht weiter

Banken seien angesichts der schlechten Zahlungsmoral des Krankenhauses oft nicht mehr dazu bereit, den davon betroffenen Mitarbeitern zu helfen, etwa durch eine Erhöhung des Kreditrahmens. Mehrere Mitarbeiter sprachen von „Chaos“, was die Gehaltszahlungen angeht – den unvollständigen Zahlungen um den Monatswechsel herum seien in der Vergangenheit bis zu drei weitere Abschläge im Monat gefolgt, manche dieser Zahlungen hätten sich nur im zweistelligen Eurobereich bewegt. Nachvollziehbare Abrechnungen gebe es über diese Beträge nicht. 

Hoffnung schöpften die Mitarbeiter, als sie im September Auflistungen bezüglich nicht bezahlter Zuschläge zum Beispiel für Nachtdienste erhielten. Wie berichtet, hatte die Geschäftsführung das mit der Gehaltsabrechnung beauftragte Rechenzentrum dafür verantwortlich gemacht, dass Zahlungen ausblieben. Einigermaßen plausibel seien die im September nachgereichten Auflistungen gewesen, berichteten am Dienstag Mitarbeiter. Gezahlt worden sei davon aber wieder nur ein Teil. 

Am Dienstag wurde auch bekannt, dass in der vergangenen Woche Kündigungen ausgesprochen worden sind: Das Krankenhaus trennt sich von den Chirurgen Klaus Schäpertöns und Mustafa Karoud. Das war zu erwarten, nachdem die Schließung der chirurgischen Abteilung verkündet worden war.

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