Kerstin van Wyk: Missionarin ohne Heiligenschein

Altenaerin veröffentlicht  autobiografisches Buch

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Kerstin van Wyk dürfte manchem Altenaer noch unter ihrem Mädchennamen Biedenkap bekannt sein.

Altena - Altenaern wird sie noch unter ihrem Mädchennamen Biedenkap bekannt sein: Kerstin van Wyk veröffentlicht in diesen Tagen ein Buch

über ihr bewegtes Leben in Namibia, das 1996 begann. „Missionarin ohne Heiligenschein“ beschäftigt sich mit interreligiösen Fragen und lenkt auch den Fokus auf Aidsprävention. Als Krankenschwester und Sozialarbeiterin im Missionsdienst hat sie viel erlebt. Ursprünglich hatte sie sich nur informieren wollen bei jenem Missionsdienst in Stuttgart, der 1994 ihr Interesse geweckt hatte.

Interesse

Nach abgeschlossener Krankenschwesterausbildung in Siegen und Studium der Sozialen Arbeit in Bremen hatte Kerstin Biedenkap Lust auf etwas Neues. „Rausgekommen bin ich aus dem Büro mit einem Arbeitsvertrag für Namibia“, berichtet sie lachend. Sie reiste nach Bonn um die Amtssprache Afrikaans zu lernen und interkulturelle Kommunikation. Am 1. Oktober 1996 ging sie erstmals in Namibias Hauptstadt Windhoek von Haus zu Haus, um dort nach behinderten Bewohnern Ausschau zu halten. „Ich betreute damals eines der ersten Inklusionsprojekte des Landes“, berichtet Kerstin van Wyk. Im Land lernte sie auch Johan kennen, heiratete ihn im August 2000 und war überzeugt, mit ihm in ihrem Heimatland Deutschland eine Zukunft aufbauen zu können.

Eine Zukunft

Das Inklusionsprojekt war beendet, das Arbeitsvisum damit abgelaufen - „also sind wir drei Tage nach er Hochzeit wieder in Bremen gelandet“, berichtet Kerstin van Wyk. Während ihr Mann schnell heimisch wurde, packte sie wieder das Fernweh. Ohne Geld, Papiere und eine Missionsgesellschaft im Hintergrund kehrte sie zurück, übernahm eine Geschäftsleitung bei den Johannitern und landete schließlich bei Namibias einzigem Fernsehsender, wo sie eine tägliche Talkshow im Vorabendprogramm moderierte.

Talkshow

Als leitende Redakteurin beim Rundfunk traf sie auf eine Kultfigur der akfrikanischen Musikszene: Jackson Kaujeua, dem sie in einer traditionellen Hochzeitszeremonie das Ja-Wort gab. „Der ist leider verstorben“, erklärt Kerstin van Wyk, die ihre letzten Jahre in Afrika bis 2012 noch als Sozialpädagogin für schwer erziehbare Kinder und im Dienste des Gesundheitsministeriums für HIV-Infizierte im Staatskrankenhaus tätig war. Schließlich packte sie ihre Sachen und kehrte zurück zu ihrer Mutter nach Altena und wagte „von Null aus“ einen erneuten Start in Bremen. Die schwierige Zeit der Arbeitslosigkeit überbrückte Kerstin van Wyk mit dem Schreiben ihres Buchs „Missionarin ohne Heiligenschein“, das nun erscheint. Beschrieben wird darin natürlich ihr bewegtes Leben. „Auch mit Humor!“ verspricht die Autorin, die anlässlich einer Lesung gern mal wieder nach Altena kommen würde. „Am liebsten auf die Burg!“

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