Stadt ist „ins Gelingen verliebt“

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Mit dem Minister (2.v.l.) in den Wohnräumen über dem Obstbüro, wo Flüchtlinge Wohnraum herrichten.

Altena - Da freut sich der Minister, wenn seine Fördergelder wirklich was bewegen – über das, was mit Hilfe des Landes in Altena geschehen ist, ist der NRW-Städtebauminister Michael Groschek sogar so begeistert, dass er seine Pressestelle eine Journalistenreise in die Burgstadt auf die Beine stellen ließ.

Begleitet von vier Kamerateams und weiteren Journalisten von Tageszeitungen und Radiosendern ging es gestern erst zum Kaffee ins Kuzina und dann zum Burgaufzug. Weitere Stationen waren die Wohnungen einer Flüchtlingsfamilie, Anne Rüths Stoffladen und das Haus Trippe.

Dort gab’s dann auch für Altenaer Journalisten Neuigkeiten: Flüchtlinge haben damit begonnen, die Wohnräume über dem Obst-Büro zu renovieren – ein Modellprojekt, wie Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein betonte. Die Stadt denkt nämlich darüber nach, Flüchtlinge Wohnraum für Flüchtlinge schaffen zu lassen, und zwar vor allem in Häusern, die keiner mehr haben will. Ob und wie die Renovierung mit Hilfe von Asylbewerbern gelingen kann, wird in dem Haus an der Lennestraße ausprobiert.

Afghanen greifen zum Pinsel

Dank der Deutschkurse des Stellwerks war die Verständigung mit den Afghanen, die dort gerade das Wohnzimmer streichen, kein Problem – sie schilderten dem Minister kurz, womit sie gerade beschäftigt sind. Anschließend schwenkten die Kameras von vier Fernsehsendern um auf den Bürgermeister: Dr. Andreas Hollstein berichtete, dass die Stadt gerne ein entsprechendes Programm auflegen und mehrere Objekte auf diese Weise aufhübschen will. Dass das nicht ausschließlich mit Hilfe der Flüchtlinge und deren „Kümmerern“ gelingen könne, sei dabei aber klar.

Sprich: Das ganze kostet Geld – und da kommen dann Groschek und sein Ministeriums ins Spiel. Dort wird nämlich gerade ein Fördertopf aufgelegt, aus dem die Schaffung von Wohnraum für Flüchtlinge oder anerkannte Aslbewerber mitfinanziert wird. Ausdrücklich bat der Minister Altenas Verwaltungsspitze darum, sich die Förderrichtlinien anzuschauen und sich zu melden, wenn sie als Praktiker Änderungs- oder Verbesserungsvorschläge hätten. Zuschüsse für Altena seien gut angelegtes Geld, versicherte Groschek dem Jounalistentross: „Hier wird kein Euro Steuergeld verschwendet“. Im Kuzina und später auch vor laufender Kamera ließ er eine wahre Lobeshymne auf die Burgstadt los. Schon der 2007 begonnene Stadtentwicklungsprozess habe gezeigt, dass die Stadt und ihre Bürger „ins Gelingen verliebt“ seien.

Innenstadt macht Fortschritte

Die Innenstadt habe in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht, Altena könne durchaus Vorbild für andere Kommunen sein. Sogar für Berlin, erwähnte er gleich mehrfach: Dort versuche man sich nämlich auch mit Pop-up-Stores, allerdings mit mäßigem Erfolg. In Altena habe die Aktion zur Belebung der Innenstadt wesentlich größere Fortschritte gebracht. Übrigens: 2016 soll es eine weitere Pop-up-Aktion geben. Das wäre dann die vierte.

Hollstein schilderte den Journalisten, wie die Stadt mit den Asylbewerbern umgeht und dass der flüchtlingsfreundliche Kurs nicht nur von allen Mitgliedern des Rates, sondern auch von der breiten Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen werde. Es sei „die verdammte Pflicht“ aller Demokraten, unschuldig in Not geratenen Menschen Hilfe zu gewähren. „Dieser Teil des Lennetals ist kein Jammertal“, lobte darauf der Minister. Und: „Altena ist die Hauptstadt der Mutbürger“.

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