Mein Kampf – gegen Rechts: Gegenpol zur Schrift mit ähnlichem Namen

Manifest gegen die Dummheit

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Buchhändlerin Gerlinde Fuhrmann (Buchhandlung Katerlöh) mit Exemplaren des Buches „Mein Kampf – gegen Rechts“.

Altena -  Am 31. Dezember 2015 ist der Urheberrechtsschutz für Hitlers Hetzschrift Mein Kampf erloschen. Seit dem Jahreswechsel steht ein Gegenbuch auch im Regal der Altenaer Buchhandlung Katerlöh. Sein Titel: Mein Kampf – gegen Rechts!

Elf Menschen, darunter Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein, beschreiben darin in sehr persönlichen Worten ihren Umgang mit rechtem Gedankengut und rechter Gewalt. Alle eint: Sie wollen wachrütteln, kämpfen, gegen rechte Tendenzen und eine Schieflage der Gesellschaft aufstehen. „Das Buch verkauft sich gut“, sagt Buchhändlerin Gerlinde Fuhrmann aus der Buchhandlung Katerlöh. Sie habe sogar bereits Exemplare nachbestellen müssen. Natürlich hat sie das Werk im Schaufenster ausgestellt, „mit dem Konterfei unseres Bürgermeisters.“ Dieses irgendwie sehr düstere Portrait sei es auch, das die Kunden „meist auf den ersten Blick ein wenig irritiere“, sagt sie. Alle elf Autoren des Buches sind in ihrer eigenen Region auf den Buchrückseiten im Portrait abgebildet. „Ich ordere natürlich auch nur Werke mit unserem Bürgermeister.“ Hitlers Hetzschrift selbst hat Gerlinde Fuhrmann auch bereits mehrfach verkauft. „Das läuft aber nur über eine entsprechende Vorbestellung.“

Nur auf Vorbestellung

59 Euro müssen Interessenten für das seitenmäßig wegen der Kommentierung ausgesprochen umfassende Werk – es besteht aus zwei Bänden – bezahlen. „Ich habe schon erlebt, wenn es im grauen Schober kommt, dass Kunden es auf Grund der tausende von Seiten nicht mehr haben wollten.“ Den Nachdruck dieses Pamphlets ziert übrigens nicht ein Foto des NS-Verbrechers. Hollsteins Bild auf dem Cover fotografierte Starfotograf Dominik Butzmann. Der renommierte deutsche Portraitfotograf setzte unter anderem die Wahlkampagnen für Kanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier fototechnisch ins Bild. Zu seinen „Lieblingsmotiven“ gehört auch das Wirken von Bundespräsident Joachim Gauck.

Dominik Butzmann portraitierte

Der Fotograf sei mit ganz kleiner Ausrüstung nach Altena gekommen, bestätigte der Bürgermeister auf Anfrage. „Wir haben uns an einem Sonntag im Rathaus getroffen und stundenlang unterhalten. Die Art und Aufmachung des Fotos war so gewollt, um einen gewissen Bezug zu Hitlers Hetzschrift herzustellen.“ Namhafte Zeitungen sowie Funk und Fernsehen überschütten das Buch „Mein Kampf – gegen Rechts“ mit positiver Kritik. Dazu gehören Die Welt, Hessisch Niedersächsische Allgemeine, Bild, Main Echo oder die Leipziger Volkszeitung. Autoren wie Fabienne von der Eltz, Taz, beschreiben es als „Eine Antwort auf ,Mein Kampf’, Andreas Debski, Leipziger Volkszeitung, nennt es „Ein Gegenbuch, eine Gegenrede, ein(en) Gegenkampf“ und Martin Moll von der Thüringischen Landeszeitung würdigt es als „Gegenpol zur Schrift mit ähnlichem Namen.“ RBB-Reporter Andreas Lueg nannte Mein Kampf - gegen Rechts im Interview mit Buchpatin Iris Berben „ein Manifest gegen die Dummheit“.

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