Im Burggymnasium Altena

Ingo Oschmann beschert Publikum einen bezaubernden Abend 

Viel Privates gab Ingo Oschmann am Samstag in Altena preis. Seine Erfahrungen aus dem täglichen Leben waren köstlich verpackt.

Altena - Nicht nur das Publikum geht beseelt nach Hause, auch Ingo Oschmann selbst empfindet Gänsehaut, nachdem ihm seine Zuschauer am Samstagabend drei Mal Standing Ovations in der Zentralen Raumgruppe des Burggymnasiums beschert haben. „Hand drauf“ ist nicht nur ein extrem spaßiges Programm, sondern auch eins mit einer Botschaft fürs Leben.

Der Abend ist schon fast zuende, die Frauen und Männer im Publikum sind gut eingekichert, als Ingo Oschmann die 15-jährige Zara aus dem Publikum zu sich auf die Bühne holt. Aus einem Bällchen in ihrer Faust zaubert er Sterne hervor, schenkt ihr einen davon und gibt ihr einen guten Rat mit: „Geh Deinen Weg, hör nicht immer auf die Vernunft!“ Ingo Oschmann hat das einst selbst beherzigt, manch bitteres Lehrgeld bezahlt mit Auftritten vor zwei Zuschauern im Autohaus. Und jetzt bringt er das Altenaer Publikum zum Lachen, Kreischen und Schreien. So sehr, dass sich die Gäste auf den Stühlen winden.

„Hand drauf“ ist sein persönlichstes Programm, daraus macht der Comedian keinen Hehl. Ganz offen macht er seinem Ärger über zwischenmenschliche Unehrlichkeit Luft und trotzdem kommt keinerlei Frustration auf. Vier Zuschauer pickt er spontan aus dem Publikum aus. Norbert, Regina, Christina und Pascal soll Wahrheit oder Lüge entlockt werden.

Gegenstand im Säckchen

Sie alle haben einen persönlichen Gegenstand in einem Säckchen platziert, anhand von Anleitung Ingo Oschmanns soll das Publikum selbst herausfinden, was zu wem gehört. Die Protagonisten auf der Bühne beharren allesamt auf den Besitz von Handcreme, Armreifen, Auto- und Wohnungsschlüssel, doch das enttarnende Experiment gelingt. Was den Künstler zu einem derartigen Programm bewogen hat, war einst ein Umzug: Um Ausreden war keiner der angesprochenen Helfer verlegen. Das hatte fatale Folgen in Form von Teppichverschnitt und Starkstromunfall, Oschmanns weitere Konsequenz lautet, schwere Bücherkisten künftig mit „leichter Bettwäsche“ zu beschriften. Wer findet sich nicht in diesen Anekdoten wieder?

Den Publikumskontakt hat der Künstler vom ersten Moment an und vielleicht ist die Bewegungsfreiheit, die die Schulaula bietet, ein echter Segen. Ingo Oschmann wagt den Sprung in die Menge oft an diesem Abend, bittet immer wieder Gäste zu sich hinauf, entlockt ihnen charmant kleine Details aus ihrem Leben und gibt viele aus seinem preis.

Liaison mit Hindernissen

Eines der schönsten ist die Geschichte seiner ersten großen Liebe: Franzi. Die Liaison begann mit einem fürchterlichen Einstand bei ihrer Familie, doch missen möchte Ingo Oschmann die drei kurzen Tage mit ihr nicht. Er verlor Franzi an den coolsten Typ vom Rummelplatz, den Mann, der den Autoscooter bediente. Noch heute denkt Ingo Oschmann oft, warum er nie seinem innigsten Wunsch nachgegeben hat und sich auf das Stellenangebot „Junger Mann zum Mitreisen gesucht“ beworben hat.

Am Ende des Abends zückt Ingo Oschmann das berühmte Kirmesschild und überklebt es mit „Stelle vergeben“, nicht ohne den kultigen Mann mit dem Autoscooterschlüssel gelungen zu parodieren. Ein Traum ist erfüllt, den nächsten will Ingo Oschmann gleich angehen: Wiederkommen nach Altena. Denn hier wird er von Herzen geliebt!

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