Schandfleck Schwarzenstein kann beseitigt werden

Der Industriekomplex Schwarzenstein ist seit Jahrzehnten dem Verfall preisgegeben. Jetzt gibt es konkrete Überlegungen, wie das Problem angegangen werden kann.

Altena -  Die Stadtverwaltung denkt ernsthaft darüber nach, wie die Industriebrache am Schwarzenstein beseitigt werden kann. Ihre mögliche Umnutzung ist Bestandteil eines Klimaschutzkonzepts, das im Ausschuss für Stadtentwicklung vorgestellt wurde.

Noch in diesem Jahr soll eine erste Entscheidung fallen: Die Verwaltung schlägt vor, Altena für das Programm Flächen.Pool NRW anzumelden. Dabei handelt es sich um ein Angebot des Landes für Kommunen, die innerstädtische Brachflächen nachhaltig entwickeln wollen.

Zunächst handelt es sich nur um eine Beratung, in deren Zuge beispielsweise über eine neue Nutzung der Flächen nachgedacht wird. Auch die Abbruchkosten werden ermittelt. 25 000 Euro darf eine solche Untersuchung kosten, 75 Prozent davon bezahlt das Land.

Das ist natürlich nur ein erster Schritt: Die tatsächliche Beseitigung der Brache dürfte einen Millionenaufwand erfordern. Allein der Abbruch eines einsturzgefährdeten Hauses in diesem Bereich kostete im Jahr 2014 deutlich über 200 000 Euro. Damals war „Gefahr im Verzug“ und die Stadt in ihrer Eigenschaft als Bauaufsicht gefordert, auf den Kosten blieb sie sitzen.

Wenn ein Abbruch eine geordnete städtebauliche Entwicklung zum Ziel habe, könne das anders sein, sagte gestern Jürgen Wagner, der in der Stadtverwaltung für das Klimaschutzkonzept verantwortlich zeichnet: „In solchen Fällen können auch Abbruchkosten bezuschusst werden“.

Der Zustand der alten VDM-Gebäude rechts und links der Lenne ist seit mehr als zwei Jahrzehnten ein Ärgernis. Alle Versuche, daran etwas zu ändern, scheiterten in der Vergangenheit am Widerstand des Eigentümers. Nach dessen gewaltsamen Tod im Jahr 2011 sind die Eigentumsverhältnisse ungeklärt, es läuft ein Insolvenzverfahren – nicht auszuschließen, dass die Brache am Ende an das Land geht und sich damit auch Handlungsmöglichkeiten eröffnen.

In das Klimaschutzkonzept wurde das Thema aufgenommen, weil es ganz allgemein auch Wertschöpfung zum Ziel hat, wie Christian Esseling von der Aachener Beratungsfirma adapton den Kommunalpolitikern erklärte. Neben dem Flächenrecycling am Schwarzenstein listet das Papier etwa zwei Dutzend weiterer Maßnahmen auf. Dazu gehörten kurzfristig realisierbare Energiesparmaßnahmen an öffentlichen Gebäuden ebenso wie die Empfehlung, über den Bau von Blockheizkraftwerken in Stadtteilen wie zum Beispiel dem Knerling nachzudenken. Diese und viele andere Vorschläge wurden in den vergangenen Monaten in etlichen Workshops und Arbeitskreisen zusammen getragen.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung nahm das Papier kommentarlos zur Kenntnis. Am kommenden Montag ist es Thema der Ratssitzung.

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