Lichterkette gegen Windkraft

Dr. Frank Hoffmann (2.v.rechts) und Bürger der Bergdörfer Dahle und Evingsen schickten mit Taschenlampen und Fackeln ein klares Signal durch die Dämmerung in die Nachbarstadt Neuenrade.

Altena - Dr. Frank Hoffmann verglich die beiden kleinen Bergdörfer Dahle und Evingsen mit dem kleinen gallischen Dorf, in dem der wehrhafte kleine Kämpfer Asterix zu Hause ist. „Auch wir wehren uns und sagen Nein!“

Und dem Ruf der Initiative „Rettet den Kohlberg“ folgten trotz Schneeschauer und eisigem Wind mehr als 300 Menschen, die am Samstagnachmittag eine Lichterkette am Skihang bildeten.

Doch zunächst begrüßte Dr. Frank Hoffmann, Vorsitzender der Bürgerinitiative, die Anwesenden am Ehrenmal auf dem Kohlberg. Mitglieder der SGV-Abteilungen aus den beiden Dörfern waren herauf gewandert, viele hatten aber auch den Shuttle-Service des Busunternehmers Bösert genutzt oder waren im eigenen PKW gekommen. Hoffmann stellte noch einmal kurz die Einwände gegen die geplante Windkraftanlage vor. „Uns geht es darum, die Natur zu schützen und das Naherholungsgebiet auf dem Kohlberg zu erhalten. Die Beeinträchtigungen durch die 200 Meter hohen Windräder in diesem Naturschutzgebiet sind nicht zu unterschätzen.“

Dr. Rita Rüth, stellvertretende Bürgermeisterin Altena, lobte die Bürgerbewegung und sagte die Unterstützung der Stadt zu.

Wegen des widrigen Wetters wurde die ursprüngliche Planung, nämlich Lichterketten am Standpunkt der Windräder zu bilden, abgeändert. Stattdessen ging es zum Skihang, an dem sich zahlreiche Taschenlampen- und Fackelträger zu einem „NO“ formierten. Eine klare Botschaft in Richtung der Stadt Neuenrade, die die Windenergieanlagen auf dem Kohlberg errichten will. Auf dem benachbarten freien Feld versuchte das THW, einen beleuchteten Ballon in die Höhe steigen zu lassen. Aber der Wind stand nicht günstig, der Ballon wurde immer wieder nach unten gedrückt. Am Ehrenmal konnten sich die Protestler mit heißer Suppe aus der Gulaschkanone des THW aufwärmen, auch für heiße Getränke hatten die Organisatoren gesorgt.

Im Anschluss an die Aktion dankte Hoffmann allen, die „ihren Widerstand auf eindrucksvolle Weise zum Ausdruck gebracht haben. Sie haben deutlich signalisiert, dass der Kohlberg für sie viel mehr ist als ein Berg. Er ist wesentlicher Teil ihrer Heimat und ihrer Identität, den sie vor den finanziellen Interessen der Windindustrie bewahren möchten. Über diesen massenhaft geäußerten Willen der betroffenen Menschen vor Ort sollten sich politische Gremien in einem demokratischen Staat nicht einfach hinweg setzen.“

Nun bleibt die Entscheidung des Märkischen Kreises und der Bezirksregierung abzuwarten.

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