Letzter DRK-Basar findet in Burg Holtzbrinck statt

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Auch „Geistiges“ war im Angebot. Für die Liköre, überwiegend aus Holunder zubereitet, interessierten sich gestern viele Besucher. Erstmalig fand der DRK-Basar im „Blauen Zimmer“ der Burg Holtzbrinck statt.

Altena - Es war eine Premiere – und zugleich die letzte Vorstellung: Mit dem 50. DRK-Basar ist gestern eine Ära zu Ende gegangen.

Noch einmal hat der Handarbeitskreis des Roten Kreuzes seine Fähigkeiten und Fertigkeiten demonstriert. Erstmals wurde dazu das Blaue Zimmer im Erdgeschoss genutzt. Sonst hatte die Veranstaltung stets im Von-Holtzbrinck-Saal im Obergeschoss stattgefunden, seit das Gebäude städtisch ist. Trotzdem war alles wie immer, auf jeden Fall fast: Ausgesuchte Handarbeiten und Spezialitäten fanden viele Freunde. Handgestrickte Socken und Schals und Mützen, Liköre, Marmeladen, Aprikosensenf, natürlich Kekse und als Neuheit – selbst bei der letzten Veranstaltung dieser Art – Taschen, die aus Schirmseide genäht wurden.

 „Wir müssen kürzer treten“, sagt Gertraud Schillo, die die Veranstaltung seit langer Zeit, genau genommen seit 35 Jahren, organisiert. Das Durchschnittsalter der Damen liege jetzt bei über 80 Jahren. Ein weiterer Grund ist, dass der Kreis der Mitwirkenden doch arg geschrumpft ist. In den besten Jahren haben über 20 Frauen zum Gelingen des Basars beigetragen, weiß Gertraud Schillo. „Heute sind wir noch acht.“ Die Burg Holtzbrinck war gestern gut besucht, aber im Vergleich zu den Hochzeiten des DRK-Basars zeigte sich dann doch ein Unterschied. „Die Leute haben früher im Treppenhaus Schlange gestanden, wenn der Basar eröffnet wurde. Das war ein bisschen wie Weihnachten, weil auch keiner vorher in den Saal durfte“, sagt Schillo mit einem Lächeln. 


Der erste Basar des Roten Kreuzes fand 1967 statt


Sie erinnert sich auch gut an den ersten Basar des Roten Kreuzes, der im DRK-Haus an der Lüdenscheider Straße stattgefunden hat. 1967 war das, die Vorsitzende war damals Lilly Reineke. Die Eröffnung übernahm Kreisdirektor Adolf Feuring, der auch Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Altena war. Später lag diese Aufgabe oft in Händen von Karl Ludwig Schiffer. Und Gertraud Schillo erinnert sich auch an den Vorläufer der Basare, denn auch da hat sie mitgewirkt. 1954 sei das gewesen. Damals habe das DRK eine Weihnachtsfeier für Flüchtlinge ausgerichtet. Um die 200 von ihnen wurden im Westfälischen Hof am heutigen Markaner bewirtet.

 Es gab, wie heute noch, eine Tombola oder Verlosung: „Aber es gab nur Naturalien zu gewinnen. Würste, Schinken oder Mehl.“ Als junge DRK-Schwester hat Gertraud Schillo damals die Lose gezogen – „in Schwesterntracht.“ Seither hat sie im Roten Kreuz alle erdenklichen Aufgaben bis hin zur Vorstandsarbeit übernommen. Und seit 35 Jahren laufen bei der 79-Jährigen die Fäden des Basars zusammen. So ganz wird die Tradition übrigens doch noch nicht enden: Am Weihnachtsmarkt wird die Gruppe sich weiterhin beteiligen. Dann muss Schillo wieder lächeln, als sie sich an einen früheren Vorsatz erinnert: „Ich habe immer gesagt, ich mache alles für das Rote Kreuz – aber nicht handarbeiten...“

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