Trotz lukrativer Angebote geht es an den Niederrhein

Letzter Arbeitstag von Chefarzt Jens Linderhaus im St. Vincenz in Altena

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St.-Vinzenz-Chefarzt Jens Linderhaus wechselt ans St. Clemens-Hospital Geldern.

Altena - Bescheiden, wie es seine persönliche Art ist aufzutreten, hat Jens Linderhaus auch seinen Abschied gehalten. Der Chefarzt der Abteilung Innere Medizin, Gastroenterologie und Geriatrie am St. Vinzenz Krankenhaus, absolvierte am vergangenen Wochenende seinen letzten Dienst im Haus.

Seit dem 17. August 2009 hat er an der Bornstraße 29 bis 30 gearbeitet, war nicht nur „Chef“ der Inneren, sondern auch viele Jahre Ärztlicher Direktor des Hauses. „Das Haus konnte froh sein, wie er sich und für was er sich mit ganzer Kraft eingesetzt hat. Der gute Aufschwung der Inneren und der Geriatrie geht auf sein Konto“, lobte sein ehemaliger ärztlicher Kollege, Oberarzt in Ruhe Helmut Mahr. 

St. Vinzenz habe sich durch die Spezialisierung auf die Früh-Reha im Bereich Geriatrie weit über Altena hinaus einen Namen gemacht, der untrennbar mit Jens Linderhaus verknüpft sei. „St. Vinzenz hat ihm viel zu verdanken.“

Wechsel ins St. Clemens-Hospital Geldern

Der 44-Jährige verlässt das Haus auf eigenen Wunsch, hatte bereits lange vor der Insolvenz gekündigt, um sich neuen Aufgaben zu widmen. „Ich trete zum 1. Januar 2016 eine Chefarztstelle im St. Clemens-Hospital Geldern an“, sagte er auf Anfrage.

In den vergangenen Jahren, so sagte er, habe das hochqualifizierte Personal mit ihm gemeinsam die Patientenzahlen gut steigern können. „Ich sage ohne Übertreibung: wir haben viel erreicht“. Noch einmal bedankte sich der scheidende Chefarzt bei seinem Team – quer durch das Haus. Das habe die Schwierigkeiten, in denen St. Vinzenz erstmals 2009 steckte und heute, als gemeinsame Herausforderung angenommen. Er habe allerhöchsten Respekt vor dem, was geleistet worden sei, auch, was die persönlichen Opfer der Kollegen angehe.

Lukrative Stellenangebote aus der Region

Er selbst habe stets „mit Vollgas gearbeitet“ und freue sich auf seine neue Aufgabe in einer Abteilung mit 50 Betten. Das – und nur das – sei am Niederrhein seine künftige Aufgabe. Ihm hätten auch lukrative Stellenangebote aus dem hiesigen Raum vorgelegen. „Aber dann hätte ich zu St. Vinzenz in Konkurrenz treten müssen. Das konnte ich einfach nicht“, sagt der gebürtige Letmather, der 1990 am Burggymnasium seine Reifeprüfung ablegte und ein „Altenaer Junge“ ist.

Die Familie – Ehefrau und zwei Kinder – trüge seine Entscheidung voll mit. Am heutigen Mittwoch wird der scheidende Chefarzt noch einmal an einer wichtigen internen Sitzung teilnehmen. Dann ist für ihn das Kapitel St. Vinzenz-Krankenhaus abgeschlossen. „Es war alles in allem eine tolle, eine spannende Zeit, die ich nicht missen möchte.“

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