Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser

Lenneuferstraße wieder freigegeben

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Ganz schön dreckig – Nur mit starken Bürsten und Maschinenkraft lässt sich die Straße reinigen.

Altena - Die Lenneuferstraße in Altena ist am Donnerstagnachmittag gegen 15.30 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben worden. Zuvor hatten Mitarbeiter des Baubetriebshofs die Lenneuferstraße gründlich gereingt. Mit Spülwagen und Kehrmaschine hatten sie die Überreste der Überschwemmung der vergangenen Tage beseitigt. 

Von beiden Seiten der Lenneuferstraße aus arbeiten rund sechs Kollegen aufeinander zu. „Wir treffen uns dann in der Mitte“, so Jürgen Heinze, Mitarbeiter des Bauhofs. 

Zunächst werden die Gehwege und Bodenplatten mit dem Spülwagen und Wasser aus der Lenne komplett abgespritzt. Der Matsch wird mit dem Wasserstrahl von den Gehwegen auf die Straße befördert. „Es wird von Außen nach Innen gespült“, so Volker Richter. Hartnäckige Stellen werden noch einmal mit einer automatischen Bürste bearbeitet.

Mitarbeiter Jürgen Heinze arbeitet sich mit dem Wasserstrahl von Außen nach Innen vor.

Dann kommt Andreas Wurm mit seiner Kehrmaschine zum Einsatz: Er fegt den Dreck auf der Straße zusammen, dann saugt das Fahrzeug alles wie ein Staubsauger ein. „Das Flüssige lasse ich zwischendurch in die Gullis ab.“ Dafür entfernt er die Gulli-Gitter am Straßenrand. „Der festgebackene Dreck bleibt im Wagen,“ erklärt er. Dieser werde weggebracht. So sei das die beste Lösung, sonst müsse er mehrmals hin und her fahren, um den Wagen zu leeren.

Für Kevin Gosmann war es das erste Mal. Seit Juli arbeitet er beim Baubetriebshof. „Wenn es heißt: ‘Hochwasser’, dann muss man hier ordentlich loslegen.“ Das Ganze sei schon sehr ungewohnt. Er half beim Absichern der Fußgängerzone am Montagabend mit.

Am Donnerstag befreite der junge Mann das Geländer am Ufer mit Schaufel und Händen vom Grün, das das Wasser hier hinterlassen hatte. „Es ist schon extrem, was das Wasser für eine Kraft hat. Es wurde so viel angespült.“ Nach dem groben Entfernen des Gestrüpps kommen die anderen Kollegen mit den Schläuchen und spritzen alles noch einmal ordentlich ab. „Die Schläuche hat die Feuerwehr zur Verfügung gestellt“, weiß Gosmann, „Die haben wir heute Morgen erst noch abgeholt.“ Auch einige Häuser werden noch schnell abgespritzt.

Kevin Gosmann, Mitarbeiter des Bauhofs, befreit das Geländer mit einer Schaufel von dem Gestrüpp, das durch das Hochwasser angespült wurde.

„Verirrte Fische haben wir bisher noch nicht gefunden“, weiß Jürgen Heinze. Bei den vergangenen Hochwassern mussten manchmal vereinzelte Fische aufgesammelt werden.

Nach dem großen Teil der Reinigung werden dann die Durchgänge zur Lennestraße von anderen Mitarbeitern wieder frei gemacht. „So laufen uns die Leute nicht in den Weg“, so Heinze. Die hölzernen Spund-Wände werden nach und nach entfernt und mit einem Gabelstapler abtransportiert. „Das passiert ganz zum Schluss, damit kein Dreck in die Innenstadt gelangt“, erklärt Volker Richter. 

Die feuchten Holzbalken werden zu zweit aus der Halterung gehoben – eine anstrengende Aufgabe für die Mitarbeiter.

Auch die Gulli-Deckel werden wieder von ihren blauen Säcken befreit. Die haben verhindert, dass das Abwasser durch das Hochwasser an die Oberfläche gedrückt wird. „Der Stand der Lenne war längere Zeit nicht mehr so hoch“, weiß Heinze. Auch an der Linscheider Straße wurde es knapp. Sandsäcke und Parkverbotsschilder standen schon bereit. „Wir sind immer gut vorbereitet“, wissen die Mitarbeiter.

Hochwasser in Altena

Von morgens bis abends sind rund zehn Mitarbeiter mit der Reinigung beschäftigt. „Die Arbeit ist nicht zu unterschätzen“, sagt Richter. Vor allem der Schlauch habe eine enorme Rückschlagkraft, daher wechseln sich die Männer untereinander ab.

Als die Säuberungsarbeiten fast beendet waren, entfernte das Ordnungsamt die Absperrungen. Ab dem Nachmittag war die Lenneuferstraße dann wieder befahrbar.

Kosten im vierstelligen Bereich

Ein Hochwasser erfordert einen hohen Einsatz an Arbeitskräften sowohl vor als auch nach der Überschwemmung. Die Kosten des Einsatzes des Baubetriebshofs trägt die Stadtverwaltung. „Wir rechnen Personal und Ausrüstung genauso ab wie bei jedem anderen Einsatz auch“, erklärt Volker Richter, Leiter des Baubetriebshofs. 

Sowohl die Vorbereitung auf das Hochwasser – Gulli-Deckel mit blauen Säcken abdichten und die hölzernen Spund-Wände zur Lennestraße anbringen sowie das Verteilen von Sandsäcken – als auch das Saubermachen im Nachhinein zählen zu den Aufgaben des Bauhofs. Rund zehn Mitarbeiter kümmern sich von morgens bis abends um die Nachwirkungen der Überschwemmung im gesamten Stadtgebiet. 

„Die Kosten liegen in einem höheren vierstelligen Bereich“, weiß der Baubetriebshof-Leiter. Einen genauen Betrag konnte er am Donnerstag auf Nachfrage nicht nennen. „Es kommt auch immer darauf an, wie hoch der Wasserpegel beim Hochwasser war und wie lange es anhielt“, denn dementsprechend sei die Verschmutzung entweder größer oder weniger schlimm.

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