Launige virtuelle Stadtführung in Evingsen mit der Gruppe „Polyglott Pinsk“

Pinsk erleben auf Deutsch

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Gesänge und Tänze rundeten die Videopräsentation im evangelischen Gemeindehaus ab.

Altena - Pinsk und Altena verbindet eine lange Freundschaft. Altenaer, die noch nie in der Partnerstadt waren, bekamen am Donnerstag eine Stadtführung auf dem Silbertablett serbiert.

Die Gruppe „Pinsk spricht Deutsch“ präsentierte im evangelischen Gemeindehaus Evingsen „Die atemberaubenden Abenteuer eines Altenaers in der Hauptstadt von Polessje“. Wie würde ein Altenaer einen Ausflug nach Pinsk angehen? Die Frage

Zuhörer

hatten die zwölf Pinsker ihren Zuhörern kurzerhand abgenommen und eine Stadführung als Medienschau vorbereitet. Zu diesem Zweck wurde der junge Altenaer Alex durch die Stadt geschickt, der seiner Mutter jeden Abend am Telefon von seinen täglichen Abenteuern berichtete. Ergriffen von der Pinsker Stadthymne, beeindruckt von der Arbeit der Gruppe „Polyglott Pinsk“ und überwältigt von der der schönen Architektur telefonierte Alex täglich mit der Heimat. Die Mitglieder der deutschsprachigen Gruppe betraten zwischendurch immer mal wieder die Bühne im Gemeindehaus und sangen ihrem Altenaer Publikum Volkslieder aus ihrer Heimat vor.

Pinsk und Altena - das ist echte Liebe, wie Angelika Mosch und Ulla Klüppel bestätigen können.

An dem Punkt, als Alex auf seiner Reise Heimweh bekam, ertönte sogar das deutsche „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“. Am Ende der Reise beschloss Alex nicht nur, seine Erlebnisse in einer Fotoausstellung zu präsentieren, sondern seiner Mama auch eine hübsche weißrussische Schwiegertochter mitzubringen. Die multimediale Vorführung, sehr launig und originell präsentiert, erntete seiens des Publikums viel Applaus. Besonders beeindruckt waren die Besucher von den hervorragenden Deutschkenntnissen der Gruppe. „Polyglott Pinsk“ existiert erst seit drei Jahren. Wöchentlich treffen sich sonntags Pinsker ganz unterschiedlicher Herkunft und Bildung zum Deutschpauken in fröhlicher Runde. Mittlerweile leitet Olga Gmir die Gruppe an. „Die Fortgeschrittenen helfen den Anfängern. Wir kommen so gut voran“, erklärt sie. Die Lust an der deutschen Sprache ist vor allem zwei Gründen geschuldet: „Die älteren Pinsker haben oft Verwandte in Deutschland, mit denen sie kommunizieren möchten. Die Jüngeren wollen sich mit internationalen

Kommunizieren

Sprachkenntnissen für den europäischen Arbeitsmarkt fit machen“, erklärt Olga Gmir. Auch der einzige in Pinsk ansässige Japaner macht mit. Er bereitet sich in der Gruppe auf seinen nächsten Job in der Schweiz vor. Geflucht über die komplizierte Grammatik wird selten: „Die russische ist genauso kompliziert, eigentlich sogar schwieriger“, so Olga Gmir. Die Woche in Altena empfinden die zwölf Gäste auch als Bildungsurlaub: „Wir können jetzt mal live unsere Kenntnisse anwenden!“

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