Landgericht Hagen

Prozess um Brandanschlag auf Flüchtlingshaus beginnt

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Am Dienstag, dem 31. Mai,  beginnt der Prozess um den Brandanschlag auf dieses Haus.

Altena -  Vor dem Hagener Landgericht beginnt am Dienstag, 31. Mai, der Prozess um den Brandanschlag auf die Flüchtlingsunterkunft an der Brandstraße im Buchholz.

Angeklagt sind die beiden Altenaer Dirk D. und Marcel N. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen schwere Brandstiftung vor. Das Schwurgericht vertritt die Auffassung, dass auch eine Verurteilung wegen versuchten Mordes in Frage kommt und nahm die beiden Männer deshalb im Februar in Untersuchungshaft. Dirk D. soll in der Nacht zum 3. Oktober 2014 in ein gerade von Flüchtlingen bezogenes Mehrfamilienhaus eingedrungen sein und auf dem Dachboden Feuer gelegt haben.

Feuer im Dachboden

Dadurch entstand ein Schwelbrand, der erst Stunden später eher zufällig entdeckt wurde. Marcel N. ist mitangeklagt, weil er Schmiere gestanden haben soll. Die Verhandlung ist öffentlich, allerdings können nur 54 Zuhörer daran teilnehmen – von den 84 Plätzen im Schwurgerichtssaal des Landgerichts sind 30 für Medienvertreter reserviert. 

22 Journalisten haben sich als Prozessbeobachter akkreditieren lassen. Für die Zuhörer gilt eine Reihe von Anordnungen, die das Gericht im Vorfeld erlassen hat. Sie werden vor Eintritt in den Saal durch Handgeräte „auf gefährliche oder sonst unerlaubte Gegenstände“ untersucht. Rucksäcke und Taschen sind nicht zulässig, auch Laptops dürfen nicht mit in den Saal genommen werden. Handys sind auszuschalten. Alle Zuhörer müssen sich ausweisen, ihre Personaldaten werden für die Dauer der Sitzung registriert, anschließend jedoch vernichtet.

Personaldaten erfasst

Dirk D. wird vom Iserlohner Rechtsanwalt Andreas Trode verteidigt. Lutz Mollenkott aus Hagen vertritt Marcel N. Drei Mitglieder einer von dem Brandanschlag betroffene Flüchtlingsfamilie sind als Nebenkläger zugelassen. Ihre Anwälte sind Jost von Wistinghausen (Swisttal) und Dr. Mehmet Daimagüler aus Berlin, der auch im derzeit laufenden NSU-Prozess als Opferanwalt tätig ist. 

Das Gericht hat insgesamt zwölf Verhandlungstermine anberaumt. Nächste Woche wird am Dienstag und am Donnerstag verhandelt, weiter geht es dann erst am 20. Juni. Im Juli wird an fünf Tagen verhandelt, weiter geht es dann am 15. August. Die Urteilsverkündung ist für den 19. August geplant.

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