Hilfe bei regionalgeschichtlichen Facharbeiten

Statt googeln: Ab in die Landeskundliche Bibliothek!

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Diplom-Bibliothekarin Karin Müller hilft Schülern gern, die für ihre Facharbeiten Material suchen.

Altena - Der Altenaer Industrielle Gustav Selve (*28.2.1842 bis +7.11.1909) war seiner Zeit um viele Jahre voraus. Voller Hochachtung nennt ihn Diplom-Bibliothekarin Karin Müller von der Landeskundlichen Bibliothek des Märkischen Kreises sogar einen „Global Player“.

Gewiss: Über den Industriellen, der mit seinen sozialen Errungenschaften Geschichte geschrieben hat, ist viel bekannt. Oberstufenschüler von Gymnasien oder Berufskollegs, die vor der Aufgabe stehen, eine regionalgeschichtliche Facharbeit zu verfassen, wählen auch ihn und sein Lebenswerk oft zum Thema. Da kommt Karin Müller ins Spiel.

Lebenswerk

Sie hilft Ratsuchenden mit detektivischem Spürsinn seit vielen Jahren bei der Suche nach Biografien heimischer Naturwissenschaftler, Erfinder, Politiker, Theologen, Künstler oder eben Unternehmern wie Gustav Selve. Schnell räumt die Kreisangestellte mit dem Vorurteil auf, man könne heute alles im Netz finden. „Das ist ein Irrglaube. Wer nur googelt, der bleibt an der Oberfläche hängen“, sagt sie überzeugt. Wichtig ist ihr, den jungen Leuten bei ihrer Recherche „Handwerkszeug zu vermitteln, das ihnen auch später während eines Studiums von Nutzen sein kann.“

Handwerkszeug

Die Landeskundliche Bibliothek des Märkischen Kreises beschreibt Müller als „das geografisch umfassendste Angebot, was es in Südwestfalen gibt.“ Quantifizieren, wie oft Burggymnasiasten oder auch Eugen-Schmallenbach-Kolleg-Schüler ihre Dienste in Anspruch nehmen, kann Müller nicht. Aber wenn gefragt werde, stünden oft nicht nur die „Großen“ im Focus. 

Dazu gehören ohne Frage August Macke (Meschede) oder Peter Paul Rubens (Siegen). Karin Müller: „Viele interessieren sich für Familien aus Südwestfalen und ihr soziales Wirken.“ Dabei fallen Namen wie von Fürstenberg-Herdringen ebenso wie von Boeselager-Voßwinkel und eben Gustav Selve. „In seinen Firmen hier am Ort wurden sogar mal Autos gebaut“, sagt Müller.

Wichtig und spannend

 Für die Diplom-Bibliothekarin ist eine Auseinandersetzung mit der Regionalgeschichte „wichtig und spannend.“ Es helfe beispielsweise Zugezogenen, besser Wurzeln zu schlagen. Man erkenne, warum die Menschen in Südwestfalen so sind, wie sie sind. 

Einen speziellen Tipp für Facharbeiten hält Karin Müller nicht parat. „Das entscheiden meistens die jungen Leute nach intensiven Gesprächen mit ihren Lehrern oder Hinweisen aus der Elternschaft.“ Wenn sie dennoch einmal selbst Tipps geben darf, weist sie häufig den Weg zu den vielen Familienunternehmen, die Altena, die Region und Südwestfalen geprägt haben. 

„Wir haben hier viele kleine ,Fabriksken’, wie der Sauerländer sagt. Wer hier eintaucht, hat die Chance, auf Unternehmerpersönlichkeiten zu treffen, die es sich lohnt kennen zu lernen. Denn in jeder Stadt oder Gemeinde finden Sie Bürger, die dort oder anderswo etwas bewegt haben.“

Kontakt: Karin Müller, Telefon: 02351/966 7053 oder www.maerkischer-kreis.de

Wissen, wo es steht:

Die Landeskundliche Bibliothek des Märkisches Kreises ist 135 Jahre alt. Sie umfasst etwa 110 000 Bücher und mehr als 450 Zeitschriften. Alle befassen sich mit der Geschichte und Gegenwart der gesamten Region Südwestfalen. Eine gute Info-Quelle ist auch der elektronische Katalog Opac.

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