AGB lässt Häuser an Westiger Straße abreißen

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Der erste Baggerschlag erfolgte um 10.10 Uhr. 

Altena -  Um 10.10 Uhr packte der Bagger heute zum ersten Mal zu, am Abend war das erste von vier Häusern an der Westiger Straße dann dem Erdboden gleich gemacht: 

Die Abbruchserie der Baugesellschaft geht seit heute weiter, diesmal fällt die Siedlung „Sammelteich“ in der Nähe des Nettenscheid-Zubringers – allerdings nicht ganz. Drei Gebäudekomplexe bilden ein zur Westiger Straße offenes Geviert – der rechte davon wurde schon vor Jahrzehnten verkauft – „warum, weiß heute keiner mehr“, sagte Joachim Effertz, der Vorstand der Altenaer Baugesellschaft. Dieses Haus bleibt natürlich stehen.

Trotzdem ist Effertz zuversichtlich, was die Vermarktung des Grundstücks betrifft: „Der erste Interessent war schon da“. Der ABG-Chef meint, dass die gut 2000 Quadratmeter große Fläche für Handwerks- oder Industriebetriebe gut geeignet sei. Der Zuschlag für die Abbrucharbeiten ist diesmal an eine Firma aus Olpe gegangen. Mit der Ausschreibung von Abbrüchen hat man bei der ABG inzwischen Erfahrung und auch mit deren finanziellen Folgen: „In diesem Fall zahlen wir alles selbst“, berichtet Effertz – Mittel aus der Städtebauförderung fließen nur für Abbrüche am Breitenhagen. Dort sollen demnächst vier weitere Häuser fallen. 

Abbrüche wie der in der Nette wirken sich auf Bilanz des Unternehmens aus

Den Bestand am Giershagener Weg betreffende Abbruchpläne hingegen wurden zunächst einmal verschoben. Abbrüche wie der in der Nette wirken sich auch auch auf die Bilanz des Unternehmens aus – eine Sonderabschreibung in fünfstelliger Höhe werde jetzt fällig, meinte Effertz gestern. Andererseits spart das Unternehmen natürlich die mit einer Immobilie verbundenen Ausgaben beispielsweise für die Versicherung. Vor fünf Jahren kam Effertz nach Altena – da lief das Abbruchprogramm schon. 

Trotzdem: Damals verfügte das Unternehmen noch über 2300 Wohnungen, jetzt sind es noch 1880. Dieser Rückgang sei aber nicht nur auf Abbrüche zurückzuführen, betont Effertz: „Wir haben ja auch unsere 250 Wohnungen in Werdohl verkauft“. Trotzdem: Kann es einen studierten Betriebswirt für Immobilienwirtschaft zufriedenstellen, immer nur Häuser abzureißen? Und was sagt ABG-Architekt Jörg Hammerschmidt eigentlich dazu? Ganz so sei’s ja auch nicht, meint der und verweist auf die Millionen, die jährlich in die Aufwertung des Bestandes gesteckt werden. Der letzte Neubau der ABG? Das ist lange her. Das war lange vor Effertz’ Zeit, auch Hammerschmidt muss lange nachdenken – „das war die Freiheitstraße 29“, fällt ihm dann ein. 

„Irgendwann schneiden wir beide noch zusammen ein rotes Band durch“

Dieses Haus neben der Zufahrt zum alten Krankenhaus wurde Anfang der 90er Jahre errichtet. „Irgendwann schneiden wir beide noch zusammen ein rotes Band durch“, flachste Hammerschmidt gestern in die Richtung seines Chefs – könnte durchaus sein, dass die Baugesellschaft tatsächlich irgendwann mal wieder neu baut. Zum Beispiel am Breitenhagen: Wie berichtet, läuft für diesen Stadtteil eine Untersuchung darüber an, wie der Wohnwert erhöht werden kann. Nicht auszuschließen, dass dazu auch der Bau des ein oder anderen neuen Mehrfamilienhauses gehören könnte...

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