Kultur wird „outgesourct“ - Kulturring bezahlt Langos-Nachfolger

Barbara Langos (Kulturbeauftragte der Stadt Altena), scheidet bald aus dem Amt.

Altena -  Wenn Barbara Langos Ende des Jahres in Rente geht, wird es keine städtische Kulturbeauftragte mehr geben. Das beschloss der Ausschuss für Schule, Sport und Kultur in nichtöffentlicher Sitzung. Grund: Kultur sei eine freiwillige Leistung und damit für eine Kommune im Nothaushalt nicht leistbar.

Nicht ganz konsequent ist angesichts dieser Begründung der zweite Teil des Beschlusses: Das Gremium sprach sich auch dafür aus, dem Kulturring (Vorsitzender: der Bürgermeister) monatlich einen vierstelligen Betrag zur Verfügung zu stellen, damit der sich einen bezahlten Geschäftsführer leisten kann.

Die Position ist inzwischen ausgeschrieben, gesucht wird ein „Dienstleister“ – der Kulturring will also keine sozialversicherungspflichtige Stelle schaffen, sondern einen Freiberufler oder eine Agentur beauftragen.

Das auf der Kulturring-Homepage veröffentliche Anforderungsprofil umfasst beinahe zwei Seiten. Von dem neuen Geschäftsführer wird erwartet, dass er die komplette Mitgliederverwaltung übernimmt, Vorstandssitzungen vorbereitet und dort Protokoll führt und den Schatzmeister bei der Rechnungsführung unterstützt – inklusive der Meldungen an die Künstlersozialkasse und die Gema.

Und dann natürlich noch die Kultur: Der Neue soll an der Gestaltung des Programms mitwirken, Künstler buchen und betreuen, die Pressearbeit übernehmen und nach Möglichkeit bei den Veranstaltungen anwesend sein.

Langos war auch im Einsatz, wenn es um Großveranstaltungen wie das Mittelalterfest oder den Weihnachtsmarkt ging. Diese Veranstaltungen soll die zukünftige Kulturring-Geschäftsführung nur noch „unterstützen“, die Hauptverantwortung soll die städtische Tourismusbeauftragte Julia Hußmann übernehmen.

Die Entscheidung darüber, wen der Kulturring beauftragt, soll schon in Kürze fallen: Bewerben kann man sich bis zum 3. Dezember, am 7. Dezember tagt zu diesem Thema der Vorstand des Vereins.

Im städtischen Etat fallen für die Kultur lange nur Kosten für das Personal und die Räume an. Das Kulturprogramm selbst wird aus Eintrittsgeldern, Mitgliedsbeiträgen und Sponsoringerlösen finanziert.

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