Kulturbeauftragte verlässt das Rathaus Richtung Ruhestand

Barbara Langos verabschiedet sich

Gut sortiert, perfekt beschriftet: Barbara Langos gibt die Akten des Kulturrings zum Jahresende ab. Foto: Bender

Altena - Ganz zum Schluss schlägt noch einmal die Bibliothekarin in Barbara Langos durch: Ordentlich gepackt und perfekt beschriftet sind die Kartons mit alten Akten, die sie ihrem Nachfolger übergibt. Die Kulturbeauftragte der Stadt Altena geht mit dem Jahreswechsel in Rente.

Stellvertretende Leiterin der Stadtbücherei war Langos, als Dr. Andreas Hollstein – damals gerade frisch im Amt – sie 1999 fragte, ob sie sich vorstellen könnte, den Posten der Kulturbeauftragten zu übernehmen. Das konnte sie und das tat sie dann auch 15 Jahre lang mit vollem Einsatz.

Ihre Motivation klingt fast schon egoistisch: „Kultur hält mich am Leben“, sagt sie. Und: „Ich kann das nur ganz machen“. Das bedeutet, dass sich auch Urlaub und Freizeit um dieses Thema drehten. Mehr als einmal fing sie dabei Impulse auf, die sie dann im Beruf umsetzte.

Dass sie dabei ein begrenztes Blickfeld hat, das gibt sie offen zu: Sicher sei auch der Cola-Truck Kultur, aber eben nicht ihre, sagt sie und ist erleichtert darüber, dass in Altena andere dieses Segment abdecken.

Kabarett, Lesungen, Musik – das ist ihre Welt. Hier kennt sie sich aus, hier weiß sie, wie sie mit dem beschränkten Etat, der zur Verfügung steht, ein ansprechendes Programm zusammenstellen kann. Das hat sie noch einmal gemacht: Alle Veranstaltungen für 2016 stehen fest. Ihr Nachfolger Wolfgang Noack hat also genug Zeit, sich einzuarbeiten.

Langos will nicht im Weg stehen

Dabei wird Langos ihm nicht im Wege stehen. Keine einzige Kulturveranstaltung werde sie in den kommenden zwölf Monaten in Altena besuchen, hat sie sich fest vorgenommen – „ich finde, das macht man einfach nicht“.

Schlimme Momente, in denen man einfach im Erdboden versinken möchte? Die hat es gegeben – „zum Beispiel, als Rufus Beck vor nur 25 Leuten auftreten musste“. In solchen Momenten kommen Selbstzweifel auf und Scham. „Man fragt sich dann natürlich, woran das liegt“.

Etwa 3000 Besucher pro Jahr besuchen die Veranstaltungen des Kulturrings – damit erreichte sie noch nicht mal jeden sechsten Altenaer. Das stört sie nicht: Für große und publikumsträchtige Veranstaltungen fehlt das Geld. „Ich war ganz froh, dass ich nur einen kleinen Saal zu füllen hatte“, sagt Langos.

Spannend war für sie die Zusammenarbeit mit den Künstlern und meistens auch unproblematisch. Oft nahm sie sie mit nach Hause, damit sie Wartezeiten bis zum Auftritt nicht im Hotel überbrücken mussten – diese eher familiäre Atmosphäre in Altena habe den meisten gefallen, weiß sie. Nur einmal stieß sie auf „einen echten Kotzbrocken“. Den Namen behält sie für sich, nicht aber, dass sie letztens von dieser Person besonders beeindruckt war: „Kaum stand sie auf der Bühne, war sie wie ausgewechselt“ – Schauspielerei eben und ihr in dieser Form „leider nicht gegeben“. Verstellen kann und mag sie sich nämlich nicht.

Neben der Kulturarbeit hat Barbara Langos in den vergangenen Jahren auch das Entwicklungs- und Handlungskonzept begleitet – eine Aufgabe, die ihr sehr gefallen hat, weil sie in Arbeitskreisen und -gruppen manchen Politiker von einer ganz anderen Seite kennen gelernt hat. „Das war schon toll, mit welchem Elan und mit welcher Aufbruchstimmung da ans Werk gegangen wurde“, blickt sie zurück und freut sich, dass dabei ein Wir-Gefühl entstand, das nicht nur nach ihrer Beobachtung bis heute anhält. „Altena ist auf einem guten Weg“, glaubt sie.

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