Künstler beeindruckt in Linol

Andreas Christian Beck  wird 2016 Stipendiat der Werkstatt Altena

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Andreas Christian Beck (l.) wird 2016 Stipendiat der Werkstatt Altena. Die Jury überzeugte er mit starken Werken und seiner offenen Art

Altena - Andreas Christian Beck aus Stuttgart wird in diesem Sommer ein Atelier in Altena beziehen.

Seine erfrischende Bewerbung um das Werkstatt-Stipendium hat am Dienstag den künstlerischen Beirat überzeugt. Beck ist ein Künstler, der sowohl mit Linolschnitt-Drucken verblüfft, als auch mit Lithografien. Leicht war es wieder einmal nicht für die zwölf Werkstatt-Mitglieder, die diesmal drei junge Männer in die Burg Holtzbrinck eingeladen hatten.

Drei junge Männer

Leicht machte es sich die Jury nicht bei der Auswahl des neuen Stipendiaten.

Zu Beginn stellte sich Genaro J. Strobel aus Offenbach vor, der Holzschnitt-Drucke und Graphit-Zeichnungen mitgebracht hatte. Räume und Strukturen sind sein Thema. Zum einen die natürliche Maserung von Holz, die in seinem Werk Verwendung findet, wie auch menschengemachte Motive. Tief beeindruckt zeigte sich die Jury von Strobels Kombination aus Satellitenbildtechnik und Holzschnitt. Wäre es zum Stipendium gekommen, dann hätte sich der heute in Frankfurt ansässige Künstler großformatigeren Bleistift-Zeichnungen gewidmet. Achim Hartmann, zweiter in der Kandidatenauswahl, hatte mit seinen großformatigen Fotografien prompt einen Stein im Brett bei Jury-Mitglied Klaus Storch. Eine Feder, umhüllt von Kunststoff, fotografiert durch ein Mikroskop - das übte eine ganz besondere Faszination auf die Werkstatt-Mitglieder aus.

Besondere Faszination

 Hinzu kam eine Auswahl von Fotografien auf Aluminium - Hartmann hatte das Stipendium schon fast in der Tasche, wenn er nicht erwähnt hätte, dass er sich während des Stipendiums eher mit Videoinstallationen beschäftigen würde. Andreas Christian Beck hingegen hatte schon während der Anfahrt nach Altena Motive entdeckt, die er komprimiert in Linol schnitzen und drucken könnte. Eine Romreise hat er auf diese Weise zum Beispiel verewigt. Unter eine Kathedrale setzte er zahlreiche Vogelhäuser - „weil im Vatikanstaat viele komische Vögel rumlaufen“, erklärte der 29-Jährige in seiner erfrischenden Art. Beck arbeitet zyklisch, autobiografisch und verarbeitet am liebsten das, was ihn umgibt in seiner Kunst. Zudem ist er in Stuttgart auch museumspädagogisch tätig. Kunst einen öffentlichen Raum zu geben und anderen Menschen Zugänge zu ihr zu schaffen ist ihm wichtig.

Anderen Zugänge verschaffen

Die Fotografien von Achim Hartmann überzeugten, doch der Künstler will sich in naher Zukunft Videoinstallationen widmen

 „So was suchen und brauchen wir!“ war sich der künstlerische Beirat schnell einig und hieß Andreas Christian Beck als neuen Stipendiaten willkommen. Der freut sich auf Altena: „Es kann auch sein, dass man mich mit Rucksack, Platte und Messer in freier Natur antrifft, um ein Motiv zu erarbeiten.“ Hochdruck ist nicht sein einziges Thema. Beck fertigt auch Zeichnungen, Lithografien und Grafiken auf Glas an. Zyklen finden ihren Platz in abgeschlossenen Mappen oder Büchern, dabei achtet der Künstler darauf, wenig gesundheitsschädliche Drucktechniken zu verwenden. Technik ist ein Thema, das sich öfter in seinen Arbeiten widerspiegelt. „Hätte ich nicht Kunst studiert, dann Luft- und Raumfahrttechnik“, berichtete der Stuttgarter lachend. Sein Handwerk erlernte Beck schließlich an der ABK Stuttgart bei den Professoren Volker Lehnert, Wolfhart Hähnel und Cordula Güdemann und an der MKE Budapest bei Meister János Kósa und István Madácsy. Verfeiern wird er es nun in Altena.

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