"Ich lasse mich nicht als Lügner darstellen"

Evingser Grundschulstandort läuft im Sommer aus

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Der Grundschulstandort Evingsen soll nach dem Willen der Elternschaft bereits in diesem Sommer auslaufen.

Altena - Einstimmig folgte am Mittwoch, 16. März,  der Ausschuss für Schule, Sport und Kultur dem Antrag der Elternschaft, den Teilstandort Evingsen der Gemeinschaftsgrundschule Altena bereits in diesem Sommer auslaufen zu lassen.

Dazu hatte die Verwaltung eine umfangreiche Vorlage erstellt und natürlich auch die schulfachliche Stellungnahme der Schulaufsicht eingeholt. Wolfgang Wilbers als zuständiger Rektor des Grundschul-Verbundes Mühlendorf, Evingsen und Dahle hatte zuvor noch einmal den Werdegang dieser Entwicklung in allen Einzelheiten sachlich fundiert beschrieben.

Sachlich fundiert

Dabei hatte der Diplom-Pädagoge deutlich gemacht, dass er als vereidigter Landesbeamter auch mit einem Beschluss leben könnte, die Schule bis zum Schuljahresende 2016/17 weiterzuführen, sollte das poltischer Wille sein. Wilbers berichtete von vielen Gesprächen mit der Elternschaft und den Schulmitwirkungsgremien und zeigte das Für und Wider aus seiner Sicht deutlich auf. „Ich sage klar und deutlich, es geht mir und dem Kollegium stets um das Wohl der Kinder“. Eine Weiterführung sei „problematisch, aber es würde gehen mit ganz vielen Einschränkungen.“

Einschränkungen

Doch vor der Abstimmung verlas dann Reiner Kemmerling, SPD, für seine Fraktion eine umfangreiche Stellungnahme. Dabei griff der Sozialdemokrat Wolfgang Wilbers massiv im Auftrag seiner Fraktion an. Die hatte sich des Themas noch einmal ausführlich am 7. März in einer Sitzung angenommen. Kemmerling: „Der Elternwille wird selbstverständlich respektiert. Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Schulleitung alles dafür getan hat, dass der Antrag in dieser Form gestellt wird.“ So hielt er Wilbers vor, dass er in einer Pflegschaftssitzung bei einem Verbleib der Klassen in Evingsen gesagt habe solle, dass keine Klassenfahrten mehr durchgeführt, kein Schwimmunterricht mehr stattfinden und eine Betreuung und Unterricht der Kinder bei Erkrankung von Lehrkräften mangels Personal nicht gewährleistet sein könnten.

Wilbers kontert

 „Nach dieser äußerst negativen Darstellung konnten die Eltern nicht umher, diesen Antrag zu stellen.“ Wilbers konterte, dass nie – bei keinem Gespräch und bei keiner Sitzung – jeweils SPD-Vertreter anwesend gewesen seien. Die Vorwürfe „entspringen der Fantasie, sie sind frei erfunden.“ Richtig sei, dass die Elternschaft auf ihn als Schulleiter zugekommen sei. Er verlange deshalb eine „öffentliche Richtigstellung. Ich lasse mich nicht als Lügner darstellen. Die SPD hat sich diese Dinge einfach nur ausgedacht.“ Diskutiert wurde vor dem einstimmigen Votum der vorgezogenen Aufgabe des Teilstandortes dann noch die Frage des Schulweges. Stefan Kemper, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, sicherte zu, dass alle betroffenen 55 Kinder mit dem Bus nach Dahle gefahren werden. „Alternative Schulwege durchs Dorf, etwa durch Im Springen, sind nicht sicher. Das könnten wir nicht verantworten.“

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