Kris Landscheidt und Dr. Jan Felix Fritsch lassen sich in der Rahmede nieder

Zwei neue Ärzte für Altena

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Altena - Die Stadt bekommt zwei neue Ärzte. Zum 1. Juli werden Dr. Jan Felix Fritsch und Kris Landscheidt an der Rahmedestraße 350 eine Gemeinschafts-Hausarzt-Praxis eröffnen.

Während Fritsch (34) noch mit halbem Stellenumfang in einem Krankenhaus tätig sein wird um die Weiterbildung zum Kardiologen zu absolvieren, führt sein Studienkollege und langjähriger Freund Landscheidt (32) die Praxis in Vollzeit. Beide haben in Essen Medizin studiert und ihre Facharztprüfungen als Internisten abgelegt.

Dass sie jetzt, etwa zwei Jahre nachdem ihr Vorgänger Frank Killing fast über Nacht seine Praxis aus Gesundheitsgründen schließen musste, „aufs Land“ kommen, hat viele Gründe. Fritsch ist in Altena aufgewachsen und wohnt mit seiner Familie – dazu gehören drei kleine Kinder – in unmittelbarer Nähe der Praxis.

Er habe immer ein wenig damit geliebäugelt, in seine alte Heimat zurückzukehren, sagt er. Viel Zeit für Hobbies bleiben dem Familienvater nicht, der früher gerne Trompete gespielt hat. „Nebenberuflich fahre ich in der Freizeit hin und wieder Notarzt.“

Dienst als Notarzt

Kris Landscheidt stammt gebürtig vom Niederrhein und wuchs in Schaephuysen, Kreis Kleve, auf. Er sucht zurzeit am Ort noch eine Wohnung. Auch er hat – wie sein Kollege – bisher an einem Krankenhaus in der Region gearbeitet. Weil da häufig Nacht- und Schichtdienste anfielen, hat er sich die freie Zeit aufgespart und neben dem privaten Urlaub oft wochenlang ehrenamtlich Dienst unter anderem in Flüchtlingsheimen geleistet.

Auch jetzt, kurz vor dem Start in die eigene Selbständigkeit, wird er mit der Organisation „German Doctors“ noch einige Monate in Kalkutta, Indien, arbeiten. Landscheidt hilft dann den Ärmsten der Armen in den dortigen Slums. Sein Zwillingsbruder ist auch Arzt, der war es auch, der dem 32-Jährigen den Weg in den Arztberuf gewiesen hat. 

Beide sind mit „vollem Herzen und aus vollster Überzeugung Mediziner.“ Es reize sie, etwas selbst aufzubauen. Ihr Fachgebiet, die Innere Medizin, sei zudem „vielfältig und jeden Tag neu spannend. Irgendwie eine Art Detektivarbeit, um den Patienten wirksam zu helfen.“ Sie dankten gestern sowohl der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe als auch dem Land Nordrhein Westfalen. „Wir werden durch dortige Förderprogramme unterstützt.

Förderprogramme

Denn die Einrichtung einer Praxis ist schon eine enorme finanzielle Belastung.“ Zwar werden die beiden „vermutlich“ in erster Linie Ärzte für die Rahmede und das unmittelbare Umfeld sein. „Doch natürlich versorgen wir jeden Altenaer, der zu uns kommt“, sagen die beiden. Auf eine umfangreiche Patientenkartei können sie aber nicht zurückgreifen. Wie gesagt, die ehemalige Hausarzt-Praxis Frank Killing war seit dem 23. September 2014 Geschichte. 

Und lange Zeit hing noch das Schild „Hausarzt gesucht!“ an der Hauswand. Heute firmiert das Haus Rahmedestraße 350 bis 352 als Gesundheitszentrum. Untergebracht sind eine Praxis für Ergotherapie, Logopädie sowie Physiotherapie und natürlich seit mehr als 100 Jahren die Stern-Apotheke als Anker.

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