Ausstellung: Postkarten vom Hochwasser

Nicht nur Dampfmaschinenanstalt, sondern auch Schönfärberei: Blick auf das Werk Lennestein der Firma Basse und Selve.

Altena - 150 historische Fotos und Postkarten sind bei der Ausstellung „Kein schöner Land... Das Lennetal auf alten Fotos und Postkarten“ im Kreishaus in Altena zu sehen. Sie wird am Donnerstag, 16. April, um 18 Uhr durch Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper eröffnet.

Anschließend führt Ulrich Biroth in das Thema ein. Er hat die Ausstellung zusammen gestellt. Für die musikalische Untermalung sorgen die Sopranistin Ricarda Woeste und Tzvetlanka Wiegand am Klavier

Die Ausstellung ist bis zum 31. Juli montags bis donnerstags von 8.30 bis 16.00 Uhr und freitags von 8.30 bis 12 Uhr im Kreishaus I an der Bismarckstraße 15 in Altena zu sehen.

Gezeigt werden rund 150 Fotos und Ansichtskarten aus Nachrodt-Wiblingwerde, Altena, Werdohl und Plettenberg, die zwischen 1887 und 1901 hergestellt wurden. Die Fotos sind nur ein Bruchteil der etwa 20 000 Aufnahmen umfassenden Fotosammlung des Kreisarchivs und stammen von drei namhaften Fotografen aus Düsseldorf, Iserlohn und Lüdenscheid.

Landschaftsansichten oder Stadtansichten kamen erst seit den 1880er Jahren in Mode. Nur in Großstädten konnte ein Fotograf ausreichend Aufträge bekommen, um davon leben zu können. Deshalb reisten manche Fotografen durch das Land und machten mit großformatigen Ortsansichten für ihre Kunst Reklame.

Wegen der extrem langen Aufnahme-Belichtungszeiten sind auf den Landschaftsfotos nur wenige Menschen zu sehen. Die Gegenden selbst sollten eindeutig „schön“ sein.

Anders Firmenfotos, die Unternehmen wie Basse & Selve in Altena oder Carl Berg in Werdohl sie ab etwa 1910 in Auftag gaben. Die frühen Werksfotografien sollten vor allem eines demonstrieren: Größe und Produktivität der Betriebe sowie Fleiß und Betriebsamkeit der Arbeiter.

Andere Ansichtskarten aus stammen von Gaststätten und Hotels, die sie zu Werbezwecken erstellen ließen – ein Hinweis auf den florierenden hiesigen Fremdenverkehr. Die Hochwasser in Altena 1909 und 1925, die auch damals schon „sehenswert“ waren, wurden ebenfalls auf Postkarten verewigt, die örtliche Fotografen sogar mehr oder weniger tagesaktuell auf den Markt brachten.

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