Zuspruch fürs St. Vinzenz-Team

+

Altena - Dr. Rüdiger Balbach kann seine Wut nicht mehr zügeln. Der Vinzenz-Chefarzt im Ruhestand sieht in der Informationspolitik der Deutschen Klinikunion (DKU) einen Verrat an seinen langjährigen Kollegen.

„Das Krankenhaus wurde bereits im Oktober 2014 auf den Markt geworfen. Und man informiert die Leute jetzt, wo Insolvenz angemeldet wird?“

Fehlender Respekt gegenüber Mitarbeitern

Balbach fehlt der Aufschrei seitens der Politik. Landtagsabgeordneter Michael Scheffler (SPD) kann das deutlich hören und auch MdL Thorsten Schick (CDU) soll aufhorchen, so laut wird der frühere Chefarzt. Er steht zu seinem alten Team: „Die Mitarbeiter arbeiten gut und mehr, als ihr Arbeitsvertrag vorsieht. Und dass, obwohl an ihren Gehältern gespart wurde. Und das soll jetzt ihr Lohn sein?“, fragt er erbost.

Personal rückt zusammen

Das Team hatte Infos über die Angebote des Krankenhauses dabei. Viele davon sind nicht bekannt genug. Dazu zählen auch Schrittmacher-Operationen.

Kollegen aus der Inneren und Chirurgischen, der Anästhesie und des Pflegeheims haben sich zu einem Infostand auf dem Wochenmarkt eingefunden. Es gibt keine Banner, keine Unterschriftenlisten, nur ein umfangreiches Informationsagebot über die Leistungen der Klinik und viele Gespräche. Allen Kollegen ein großer Trost ist der Zuspruch aus der Bevölkerung, der ihnen entgegenschlägt.

Bevölkerung macht Mut

Lynn Sonntag, die mit Nadine Stimm das Pflegepersonal der Intensivstation vertritt, ist von der Anteilnahme der Bevölkerung gerührt. „Jeder, der auf uns zugekommen ist, hat uns Mut gemacht. Die Menschen stehen zu ihrem Krankenhaus, fühlen sich dort gut aufgehoben. Wir möchten jetzt alles dafür tun, dass das so bleiben kann.“

Unterstützung durch Förderverein

Unterstützung finden sie beim Förderverein, vertreten durch den ehemaligen Vinzenz-Arzt Helmut Mahr und Ingeborg Becker. Die langjährige Vizebürgermeisterin geht mit Beitrittserklärungen auf die Marktbesucher zu. „Unterstützen!“ ist die Parole. Ob als Fördermitglied oder Patient. „Kein Altenaer muss sich seinen Herzschrittmacher in Lüdenscheid einsetzen lassen. Das kann Dr. Richter hier auch, aber das wissen viel zu wenige Bürger!“, beklagt Ingeborg Becker.

Vertrautes Umfeld als Vorteil

Wer das Krankenhaus kennt und schätzt, der bleibt ihm treu. Internistin Miriam Rönnecke kann aus ihrer langjährigen Berufserfahrung beurteilen, warum: „Wenn bei uns ein Patient vor vier Wochen schon mal vorgesprochen hat, dann erinnern wir uns genau daran. Bei uns ist niemand eine Nummer, man kennt sich seit Jahren. Auch das Gefühl der Geborgenheit und des Vertrauens fördert den Heilungsprozess.“ Gleiches gelte für Besuch. „Es kann aber nicht jeder eine halbe Stunde fahren, um seine Angehörigen im Krankenhaus zu begleiten.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare