Geschäftsführer macht Mitarbeitern Mut

St. Vinzenz vorläufig insolvent - Betrieb läuft normal weiter

Unerwartete Nachrichten zur wirtschaftlichen Situation des Hauses kommen von der Bornstraße.

Altena - Die St. Vinzenz GmbH, Trägerin des Krankenhauses und des Pflegeheims, ist vorläufig zahlungsunfähig. Seit Freitag läuft ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung, mit dem die Rechtsanwältin und Sachverwalterin Dr. Ruth Rigol betraut wurde.

Sie stellt das Krankenhaus und Pflegeheim unter einen Schutzschirm, der es ermöglicht, Prozesse zu optimieren und Finanzierungen zu gestalten - bei weiterlaufendem Betrieb.

Geschäftsführer Dirk Wiese spricht im Namen aller 253 Mitarbeiter: „Es geht weiter!“ Die vorläufige Zahlungsunfähigkeit bedeute nicht, dass das Krankenhaus geschlossen werde. „Der Engpass ist da, aber sowohl die Kollegen, als auch Dr. Ruth Rigol, die Gesellschafter und Eigenverwalter sind zuversichtlich, dass das Haus zu halten ist. Deshalb ist die Treue der Bevölkerung zu ihrem Krankenhaus jetzt besonders wichtig.“

Die Mitarbeiter des Hauses sind informiert und werden am Freitag in einer Betriebsversammlung über die besonderen Bedingungen des Schutzschirm-Insolvenzverfahrens aufgeklärt. Von den Kollegen sei die Nachricht natürlich mit großer Bestürzung aufgenommen worden. „Wir hatten jetzt eben im Juli die nötigen 20 bis 30 Patienten am Tag erreicht, die für die wirtschaftliche Unterhaltung der chirurgischen Abteilung notwendig sind. Gleiches galt für die Palliativ-Station. In beiden Bereichen hatte es im ersten Halbjahr gestockt, während die Innere eine Auslastung von 104 Prozent erreicht hatte“, so Dirk Wiese.

Mitten in die Freude über die überwundene Talsohle platzte nun die Nachricht über die Insolvenz. „Das ist natürlich besonders bitter, denn dieser Erfolg hatte ja mit dem überhöhten Engagement der Kollegen zu tun. Ihnen wollen wir keinesfalls das Signal senden, dass ihr Einsatz aussichtslos war und ist“, ergänzt Dirk Wiese.

Nicht unter den Schutzschirm der eigenverantwortlich geführten Insolvenz zu stellen ist das dem Haus angeschlossene Gesundheitszentrum. Es läuft unter einer anderen Geschäftsform, weshalb für sie die Regelinsolvenz beantragt wurde. Der Betrieb läuft wie in allen anderen Bereichen weiter, Möglichkeiten zur gesicherten Fortführung werden gesucht.

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