Krankenhaus: Entscheidung in zwei bis drei Wochen

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Dirk Wiese, Geschäftsführer des St. Vinzenz-Krankenhauses, kam 45 Minuten später zur CDU-Versammlung als geplant. „Ich habe zuvor 90 Minuten ein sehr gutes Telefongespräch geführt.“ Links: Christel Voßbeck-Kaiser MdB.

Altena - „Aktuell haben wir 91 Patienten im Haus. 70 Personen davon werden internistisch behandelt. Es läuft gut!“ Mit diesen drei Sätzen eröffnete Dirk Wiese, Geschäftsführer des St. Vinzenz-Krankenhauses, eine aktuelle Einschätzung zur Situation des Hauses vor dem CDU-Stadtverband Altena. Der tagte am Donnerstag, 17. September, im Altener Hotel am Markt.

Auf dessen Einladung sprach der Mann, der aktuell etwa 250 Mitarbeitern vorsteht. Und genau die sind es, „die Antworten verlangen“, sagte er. Die will ihnen Wiese in „spätestens zwei bis drei Wochen verbindlich geben. Wir stehen in erfolgversprechenden Verhandlungen mit Investoren. Näheres möchte und darf ich nicht sagen.“ Das Personal habe einen Anspruch darauf, endlich Klarheit zu bekommen, wie es nach der momentanen ,Insolvenz in Eigenverantwortung’ weiter gehe. „Wir haben viele qualifizierte Mitarbeiter. Es darf nicht sein, dass die sich jetzt ob der unsicheren Situation von uns abwenden.“ Habe man 2012 noch einen Jahresverlust von 900 000 Euro geschrieben, sei der im Jahr 2014 auf 200 000 Euro gesunken. „Jetzt schien die schwarze Null greifbar.“ Das habe man nur nicht erreicht, weil allein im ersten Halbjahr 2015 18 Bewohner des Pflegeheimes verstorben seien. Seit 2012 habe das Haus jährlich ein Patientenplus von je über 100 Personen gehabt. Kritisch setzte sich Wiese mit dem sogenannten Mehrleistungsabschlag des Gesetzgebers auseinander. „Wir wissen, dass wir im Wettbewerb stehen und stellen uns dem auch. Aber die 200 000 Euro, die wir ab 2012 pro Jahr für unseren Erfolg überweisen mussten, taten weh. Das versteht niemand.“ Das neue Krankenhausstrukturgesetz, das bald im Bundestag beschlossen wird, sieht Wiese eher kritisch. Dennoch: Er sieht eine Chance für das Haus. Ob wirklich langfristig, sei Kartenleserei. Auch aufgrund der Krankenhausdichte im Umfeld.

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