Weltklassik-Reihe gehört zu Altena

Altena - Die Reihe „Weltklassik am Klavier“ ist aus dem Kulturleben der Stadt nicht mehr wegzudenken. Barbara Langos, die Kulturbeauftragte Altenas, hörte „vor gefühlt 100 Jahren davon“, knüpfte umgehend die Kontakte und seitdem geben sich in der Burg Holtzbrinck namhafte Pianisten aus Deutschland und der ganzen Welt regelmäßig die Ehre.

Dass sie mal vor handverlesenem Publikum auftreten und dann wieder ein voller Zuhörersaal auf die Interpreten wartet, das sei durchaus gewollt. Denn das Geheimnis, der besondere Zauber von „Weltklassik am Klavier“, so sagte es erst kürzlich die Gründerin und Macherin der Reihe Kathrin Haarstick im Interview mit einer Tageszeitung aus Ostfriesland, liege in genau dieser „intimen Aufführungsatmosphäre“ in durchweg erstklassigem Ambiente.

Nähe zum Publikum entscheidend

Es sei ein Baustein des Erfolges, mit dem man gern wuchere, fügte sie an. Die Nähe zum Publikum mache den Erfolg und die stetige Ausweitung auf heute mittlerweile 36 Aufführungsorte in fünf Kontinenten aus. Und obwohl die Reihe ausschließlich auf das Repertoire bekannter klassischer Komponisten setzt und kaum Ausflüge in die Moderne wagt: Bach, Beethoven, Chopin und Mozart kommen an. Die Freude der Besucher hänge eben wesentlich davon ab, ob sie die Musik wiedererkennen würden, sagt dazu Haarstick. Jeder, der ein Ticket löse, dürfe sich als Gast fühlen. Diesen Begriff wählte Haarstick im Zeitungsgespräch bewusst, denn wer zu Weltklassik komme, sei nach ihrem Verständnis mehr als bloß ein Besucher. Das unterscheide die Reihe vom anonymen Allerlei. Einem Journalisten hat sie einmal in die Feder diktiert: „Wir sind kein Call-Center“.

Immer auf Abruf

Wer sich wünsche, dass klassische Klaviermusik und damit Werke aus Barock, Klassik und Romantik auch vor seiner Haustür erklingen mögen, sollte sie direkt ansprechen. Von ihrer ostfriesischen Wahlheimat, dem 600-Seelendorf Rysum aus, mache sie das möglich. Es gehört deshalb zum festgeschriebenen Musikmanagement von Kathrin Haarstick seit der Gründung der Reihe im Jahr 2000: Wenn ihr jemand einen Raum mit einem Qualitätsflügel nenne, bringe sie diese Reihe auch dorthin. Apropos Flügel: Da ist Altena im Reigen der weiteren Städte wie Aachen, Bad Ems, Bad Pyrmont, Lahr, Münster oder auch Lloret de Mallorca beziehungsweise Colorado Springs in den USA erste Wahl.

Beste Qualität

„Wir verfügen über einen Bechstein“, sagt Barbara Langos mit einem gewissen Klang in der Stimme.

Das besondere Instrument befindet sich im Eigentum des Kulturrings und wird in der Burg Holtzbrinck natürlich gehegt und gepflegt. Welche Musik wo und wann gespielt wird, das entscheidet Kathrin Haarstick selbst. Fachlichen Rat von namhaften Künstlern und Hochschullehrern aus dem In- und Ausland nutzt die Veranstalterin dabei häufig und gern. Ihre Reihe wird an allen Spielorten durch Paten betreut, so auch in Altena. Die Stadt fungiert als Lizenznehmer des Produktes „Weltklassik am Klavier“ und übernimmt die Rolle des Gastgebers bei den Auftritten der Künstler und pflegt den Kontakt zum Publikum. Und wer darf auftreten? Da liege die Latte hoch.

Hart aber fair

Die Auswahl sei hart, andererseits böte sie jungen, aufstrebenden Spitzenpianisten aber auch Möglichkeiten in der Fläche aufzutreten, heißt es von Kathrin Haarstick. Der Erfolg der Reihe habe sich bei jungen Pianisten herumgesprochen, die gerne viele Konzerte vor kleinem Publikum gäben, um sich auf große Konzerte vorzubereiten. Die Deutschland-Tourneen seien deshalb sehr beliebt. Einerseits als eine Art sichere Geldeinnahme für junge Musiker, oft aber auch als eine Art Sprungbrett für Auftritte in großen Konzerthallen. Einige hätten sogar schon Professuren bekommen. Reich werden könne sie mit dieser Art von Musikvermarktung nicht, sagt Kathrin Haarstick.

Gesellschaftspolitisches Anliegen

Sie halte es aber für ein gesellschaftspolitsches Anliegen, dass die großartigen Werke der klassischen Musikkultur dauerhaft erhalten bleiben sollten. Und das in der festen Überzeugung, dass ein Konzerterlebnis in kleinem, aber feinem Rahmen einen besonders hohen Stellenwert habe. 350 Klavierkonzerte pro Jahr ohne öffentliche Subventionen geben ihr Recht: „Klassik hat Zukunft!“

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