Kurzfilm-Szene aus der Burg Holtzbrinck

Die Fenster durch einen Pavillon abgedunkelt, das Treppenhaus vom Scheinwerferlicht erhellt: Für die Aufnahmen des Kurzfilms „Die Nacht im Hotel“ hat sich Konstantinos Sampanis (links) bewusst für die Burg Holtzbrinck entschieden.  Foto: Schröder

Altena - Es ist ein unwirkliches Bild: Die Uhr zeigt 17.30 Uhr, draußen strahlt kurzzeitig die Sonne über Altena. Doch im eichegetäfelten Treppenhaus der Burg Holtzbrinck ist es finster. Lediglich ein paar gedämpfte Scheinwerfer erleuchten den Raum. Von außen prasselt Regen an die Fensterscheiben.

Verantwortlich für diese Szene: Der gebürtige Altenaer Konstantinos Sampanis und seine Filmcrew. Am Dienstag drehten sie die Eröffnungsszene für ihre Verfilmung der Siegfried Lenz-Erzählung „Die Nacht im Hotel“ – die Geschichte eines besorgten Vaters, der große Mühen auf sich nimmt, um seinem Sohn eine Freude zu bereiten. Der Kurzfilm soll im kommenden Jahr auf der Berlinale laufen.

Auf der Suche nach einer Hotelrezeption fiel die Entscheidung bewusst auf das Treppenhaus der Burg Holtzbrinck: „Der Film spielt in der Nachkriegszeit. Wir suchten nach einer Location ohne moderne Merkmale wie Doppelverglasung oder Fensterrahmen aus Kunststoff. Das Treppenhaus ist dafür perfekt“, schwärmt Konstantinos Sampanis während einer kurzen Drehpause. Kurz darauf kratzt es „Wir drehen. Bitte absolute Ruhe“ durch das Funkgerät seiner Freundin Veronika Strotmann.

Die gebürtige Mendenerin ist die Produktionsleiterin am Set. Im Nebenraum wird die Einleitungsszene zum wiederholten Mal an diesem Tag gedreht: „Heute hatten wir knapp 55 Takes aus verschiedenen Einstellungen“, berichtet Sampanis am Ende des Drehtages. Für die zeitgemäße Darstellung der „Hotelrezeption“ wurde das Treppenhaus aufwändig umdekoriert: „Wir haben eine Theke, einen Rezeptionsschrank mit Schlüsseln, einen Sessel und Kleinigkeiten wie Füller, Aschenbecher und Bücher mitgebracht“, erklärt Veronika Strotmann.

Sieben Stunden habe der Aufbau, inklusive der perfekten Ausleuchtung, gedauert. Eine besondere Herausforderung: Die Szene spielt in einer regnerischen Nacht. „Wir haben vor den Fenstern einen Pavillon aus schwarzen Stoffbahnen errichtet. Im Pavillon spritzt eine Regenmaschine Tropfen an die Scheiben.“

Während der Aufnahmen herrscht im Rest des Gebäudes absolute Stille. Die Mikrofone sind so empfindlich, dass bereits leiseste Schritte aus dem Nebenraum die Tonaufnahmen stören würden.

Mit Heinz Hoenig (Das Boot) und dem Jungschauspieler Maurizio Magno (Kokowääh 2) hat das Produktionsteam zwei bekannte Schauspieler für das Projekt gewinnen können. „So eine Besetzung ist natürlich etwas Besonderes für uns“, schwärmt Veronika Strotmann. In der Szene, die in Altena gedreht wurde, stehen Dirk Böhling und Wilfried Pucher vor der Kamera von Eike von Schlichting, der gemeinsam mit Konstantinos Sampanis auf das Altenaer Burggymnasium ging.

Gegen Ende des Sommers soll der zehnminütige Film, mit der knapp 60 Sekunden langen Szene aus der Burg Holtzbrinck, fertiggestellt sein. Ob man das Treppenhaus erkennen wird? „Wenn man weiß, wo die Szene spielt, wird man wohl die Treppe und die Wände erkennen“, so Produktionsleiterin Veronika Strotmann. - ds

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