Angriff auf Betreuer

Kohlberghaus: Mann durch SEK in Gewahrsam genommen

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Zu einem Vorfall mit Messerangriff kam es am Vormittag im Kohlberghaus.

[Update 15.15 Uhr] Altena - Gefährliche Situation im Kohlberghaus: Am Dienstag ging in der Betreuungseinrichtung ein 60-jähriger Bewohner auf zwei Mitarbeiter los und verletzte sie leicht. Trotzdem gelang es ihnen, ihn in Zimmer zu sperren, wo er weiter randalierte. Es wurde ein SEK eingesetzt.

Nach zwei Stunden wurde er von Mitgliedern eines Sondereinsatzkommandos überwältigt. 

Anlass für den Ausraster war offensichtlich die bevorstehende Verlegung des Mannes in die geschlossene Abteilung der Hans-Prinzhorn-Klinik in Hemer. Deswegen war auch das Ordnungsamt vor Ort. 

Der Mann habe sich mit „diversen Gegenständen“ wie Teilen einer Statue und Scherben bewaffnet, um sich gegen die Verlegung zu wehren, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. 

Weil er diese noch bei sich trug, als er in das im Obergeschoss gelegene Zimmer gesperrt wurde, ging die gegen 11 Uhr alarmierte Polizei davon aus, dass er eine Gefahr für sich selbst und andere darstellte. Hinzu kam, dass das Fenster des Zimmers nicht vergittert war. 

Deswegen eilten mehrere Streifenwagen auch aus den umliegenden Städten zum Kohlberg. Außerdem wurde die Feuerwehr um Amtshilfe gebeten. Sie löste Sirenenalarm für den Löschzug Dahle/Evingsen aus, zudem eilten die Mitarbeiter der Wache und die Schnelle Einsatzgruppe (SEG) zum Kohlberg. 

Unter anderem spannten die Feuerwehrleute ein Sprungtuch unter dem Fenster des Zimmers auf, in dem der Mann sich aufhielt. Weil die Situation sich nicht beruhigte, forderte die Polizei schließlich Spezialeinsatzkräfte aus Dortmund „mit Zielrichtung der Ingewahrsamnahme an“, wie es in der Pressemitteilung heißt. 

Sie trafen gegen 13 Uhr am Kohlberg ein und überwältigten den Mann. Er wurde dabei nicht verletzt. Anschließend wurde der 60-Jährige mit dem Rettungswagen in die LWL-Klinik in Frönsberg gebracht. 

Zu Schaden kamen bei der Aktion lediglich die beiden Mitarbeiter des Kohlberghauses. Ihre Verletzungen waren allerdings so gering, dass sie dienstfähig blieben. Das Kohlberghaus ist eine Pflegeeinrichtung, in der etwa 70 Menschen mit psychischen und geistigen Beeinträchtigungen leben, etwa zwei Drittel davon in geschlossenen Bereichen.

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