Kohlberg-Windpark-Projektplaner Joachim Schulenburg setzt auf offenen Dialog

Die Zeit wird nicht konserviert

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Simone Schmidtke, die einst in Altena ihr Geld im Stadtinfo-Büro verdiente, ist jetzt Pressesprecherin von SL Naturenergie. Gemeinsam mit Joachim Schulenburg, dem Teamleiter Projektentwicklung, informierte sie jetzt vor Ort auf dem Kohlberg.

Altena - „Ob Windräder auf dem Kohlberg in 700 Meter Entfernung zum Ortsteil Dahle aufgestellt werden dürfen oder nicht, das entscheidet nicht die Stadt Neuenrade. Sie befürwortet das Projekt zwar, doch die Genehmigung erteilen einzig der Märkische Kreis und der Regierungspräsident.“

Am Rande des Geländes nahm am Freitag, 25. September, Windpark-Projektleiter Joachim Schulenburg von SL Naturenergie aus Gladbeck Stellung zu „Kritik von Bürgern, die so einfach nicht stimmt.“ Wie zum Beweis hielt er einen Artikel unserer Zeitung vom 18. September in der Hand. „Dort hat ein Doktor Frank Hoffmann behauptet, ,allein die Geräusche der Rotoren erzeugen Töne, die zehn Mal so laut sind wie Lkw’.“

Schulenburg, der sich selbst durchaus als Windenergie-Lobbyist einstuft und auch so bezeichnet: „Das ist falsch. Wie so oft erleben wir im Vorfeld der Errichtung von Windrädern eine Angst erzeugende Stimmungsmache gegen diese Energiegewinnung.“ Gemeinsam mit Simone Schmidtke, der Pressesprecherin der SL Naturenergie, spricht Schulenburg offen vom Verbreiten von „Totschlagsargumenten.“

Klar, räumt der 47-Jährige ein, Windräder erzeugten Lärm. Aber sowohl der hörbare Schall als auch Infraschall, also das, was der Mensch täglich eher unbewusst aufnähme, unterlägen vor der Inbetriebnahme eines Windparks strengen, nein, „sehr strengen Prüfungen. Dafür sind Gutachten und oft auch Gegengutachten nötig“. Auch das immer wieder angeführte Thema Artenschutz lässt er nicht aus. „Wir haben hier ein Jahr kartiert. Es gibt Gutachten. So, wie behauptet, ist es um die schützenswerte Tierwelt hier nicht bestellt.“

Die SL Naturenergie strebe auf dem Kohlberg einen Bürgerwindpark an, werbe darum, etwa 20 Prozent der nötigen Investitionssumme von Bürgern oder Gewerbetreibenden aus Neuenrade und wenn gewünscht eben auch aus Altena oder Dahle einzuwerben. 30 Millionen Euro sollen die sechs Windräder kosten. Schulenburg bringt dafür viele Möglichkeiten ins Spiel, von einer Genossenschaft über eine Kommanditgesellschaft. Nach seiner Ansicht wichtig: Interessenten könnten schon mit einigen hundert Euro einsteigen. Bei Laufzeiten von acht bis 13 Jahren dürfe man schon im Schnitt mit drei bis sechs Prozent Rendite rechnen. Gebaut werden könnten die sechs Windräder am Kohlberg bereits 2016, eine In-Dienst-Stellung wäre im Jahr 2017 möglich. Probleme, die Großmasten anzuliefern, sieht Schulenburg nicht. „Alles lösbar“. Und auch die maximale Höhe von 200 Metern sei festschreibbar. „Aber nur die macht an dieser Stelle Sinn und bringt den gewünschten Ertrag.“

Windräder seien in erster Linie Geschmackssache. Das sei auch jedem unbenommen. Schulenburg: Alles ist im Wandel. Die Zeit wird nicht konserviert“. Und die einzige Alternative zu dieser Art von Energiegewinnung sei eine Null-Planung. Die würde niemanden treffen. „Das gibt es aber an keinem Platz in Deutschland.“

Schulenburg will den Dialog mit der Gruppe um Wilfried Bracht ebenso suchen wie mit den Altenaern. Er bittet nur um Fairness. Das Aufstellen von Windrädern funktioniere nicht ohne Eingriffe, das stelle er nicht in Abrede. Aber die Vorgabe auf diese Art von Energiegewinnung umzustellen, sei vom Gesetzgeber bewusst gewollt.

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