Springer Quelle in Gefahr?

An der Karte mit den Schutzzonen der Springer Quelle: Evingsens Ortsvorsteher Thomas Schmitz, Ralf Böttner von der Wassergenossenschaft und Dr. Frank Hoffmann (von links). Foto: Bender

Altena - Im Kampf gegen die geplanten Windräder hat die Initiative „Rettet den Kohlberg“ die Wasserbehörden beim Kreis und bei der Bezirksregierung eingeschaltet. Die Gruppe um Dr. Frank Hoffmann befürchtet eine Gefährdung der Springer Quelle.

Dass der Bau von Windrädern in Wasserschutzzonen nicht unproblematisch ist, ist aktenkundig: Der Windenergieerlass des Landes verbietet solche Anlagen in den Schutzzonen eins und zwei. Allerdings: Die Standorte der geplanten Anlagen liegen etwas außerhalb der (weniger sensiblen) Schutzzone 3b.

Die Initiative schlägt jetzt vor, ein neues Schutzzonenverfahren durchzuführen – 2023 sei das ohnehin notwendig, weiß Hoffmann. Sein Hauptargument: Als die jetzigen Schutzzonen im Jahr 1983 festgelegt worden, seien Untersuchungen vorangegangen, die sich vor allem auf den Bereich Bauernstraße konzentrierten, weil dort Baumaßnahmen geplant waren.

Der weitere Einzugsbereich sei wesentlich weniger intensiv betrachtet worden, erinnert sich Hoffmann – er war damals als Ratsmitglied der Grünen in die Diskussionen eingebunden.

Von „eminenter Bedeutung für die Einschätzung des Gefährdungspotenzials“ ist nach Ansicht der Initiative vor allem ein Passus in einem damals erstellten Gutachten: Es geht dabei vor allem um die Fließgeschwindigkeit des Grundwassers. Die damaligen Untersuchungen ließen den Schluss zu, dass Teile der von Neuenrade geplanten Vorrangzone in einem Gebiet liegen, von dem aus das Grundwasser in weniger als 50 Tagen die Quelle erreicht. Solche Gebiete würden üblicherweise der Schutzzone zwei zugerechnet, heißt es in dem Schreiben – und das würde wohl das Aus für die Windräder bedeuten. Eine weitere Gefahr sieht Hoffmann in der Befahrung des Gebietes mit schweren Lastwagen.

Bei ihrem Vorstoß kann sich die Initiative breitester Unterstützung erfreuen. Mit im Boot ist die Springer Wassergenossenschaft – das sind die Besitzer der unterhalb der Quelle gelegenen Grundstücke, die ein Nutzungsrecht am Springer Quellwasser haben. Vorsitzender Ralf Böttner: „Wir dürfen es auf keinen Fall zulassen, dass so ein Juwel wie diese Quelle durch die Windräder gefährdet wird“. Auch sämtliche Ratsmitglieder aus Dahle und Evingsen sowie die beiden Ortsvorsteher Thomas Schmitz und Helmar Roder sowie die Vorsitzenden der neun größten Vereine in Dahle und Evingsen haben die Eingabe mitunterzeichnet.

Auch mit den Stadtwerken sei das Vorgehen abgestimmt, erklärte Hoffmann. Er gehe davon aus, dass das Unternehmen in Kürze ebenfalls entsprechende Schritte einleiten werde.

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