Kleiderkammer in ehemaliger Grundschule Knerling wird gut angenommen

Fernseher mit Kinderwagen kilometerweit transportiert

Gerda Noelle (rechts) kümmert sich hier um eine Kümmerin mit Baby von einer Flüchtlingsfamilie und hält einen Schlafsack an. Foto: Reichelt

Altena - Ob Kleidung für Erwachsene und Kinder, Decken, Geschirr oder Handtücher – in der Kleiderkammer findet man alles, was man für das alltägliche Leben braucht. Zweimal die Woche können Flüchtlinge in die ehemalige Grundschule am Knerling kommen und sich gegen einen kleinen Obulus das holen, was sie brauchen.

„Am Anfang kamen vor allem junge Männer“, weiß Ingrid Rosenkranz. Inzwischen seien auch viele Familie da. Gemeinsam mit Gerda Noelle ist Rosenkranz von Anfang an dabei. „Es macht einfach Freude, wenn man einem Kind mit einem neuen Pullover ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann.“ Alle, die herkommen, seien sehr freundlich. „Sie bringen Fröhlichkeit mit“, sagt die Helferin mit einem Lächeln.

Anette Wesemann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, ist zufrieden mit den helfenden Damen in der Kleiderkammer. „Sie machen ihre Arbeit gut.“ Spenden werden dort gesammelt und aussortiert. „Wir nehmen nur Spenden, die man auch wirklich gebrauchen oder anziehen kann“, erklären die Helferinnen. „Wenn es nötig ist, waschen wir auch Sachen.“

Es gibt eine Preisliste für die unterschiedlichen Sachen. Doch manchmal kommen Flüchtlinge nur mit wenig oder gar keinem Geld und brauchen dringend eine Hose oder anderes. Dann bekommen sie das auch. „Wir sind großzügig“, sagt Ingrid Rosenkranz. „An Kleidung haben wir reichlich“, ergänzt Rosenkranz.

In den gut sortierten Regalen findet man viel, doch es gibt Dinge, die fehlen einfach. „Wasserkocher sind sehr gefragt“, so Anette Wesemann. Aber auch Töpfe, Pfannen und Tische werden gebraucht. „Es kommen viele schwangere Frauen hier an“, weiß Wesemann. Daher brauche man dringend Kinderwagen, Windeln, Strampler – alles rund um die Baby-Erstausstattung. Ulrike Kehl, die erst später als ehrenamtliche Helferin in der Kleiderkammer dazu gestoßen ist, sieht einen Mangel an Schuhen. „Vor allem für junge Leute fehlt die Kleidung.“

Die ehrenamtlichen Helferinnen sind auch manchmal überrascht: Zwei junge Männer möchten unbedingt den Röhrenfernseher haben. Fünf Euro ist ihr Angebot. Sie bekommen das elektronische Gerät. In der Unterhaltung mit Händen und Füßen erfährt man, dass sie am Breitenhagen wohnen. Der Transport gestaltet sich also schwierig, aber sie haben extra einen Kinderwagen mitgebracht. Und laufen den ganzen Weg bis ans andere Ende der Burgstadt.

Dienstags von 9 bis 11 Uhr können Spenden in der Kleiderkammer abgegeben werden.

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