St. Matthäus geht in Klausur

Blick Richtung Zukunft: Evingsen ohne Kirche?

Der Glockenturm von St. Theresia, Evingsen, soll bald restauriert werden. Es bleibt aber die Frage, ob das Gotteshaus langfristig in Evingsen weiter genutzt werden kann. Foto: Bonnekoh

Altena - Die Einladungen sind seit langem ausgesprochen. Doch ob am kommenden Samstag, 21. November, wirklich eine Klausurtagung unter dem Leitmotto „Pfarrei-Entwicklungsprozess“ im Pfarrheim St. Matthäus stattfinden kann, ist noch offen.

Denn der Rücklauf, den Pfarrer Ulrich Schmalenbach, St. Matthäus, aus den gewählten Mitbestimmungsgremien seiner Gemeinde, nämlich Kirchenvorstand, allen drei Gemeinde- und dem Pfarrgemeinderat bisher erhielt, ist für ihn ernüchternd. „Bis jetzt haben sich nur 16 Personen angemeldet – viel zu wenig“, sagt der Pfarrer enttäuscht. Noch dazu hat niemand aus Evingsen Interesse gezeigt. Dabei gehe es auch darum, den Kirchenstandort im Dorf langfristig zu erhalten.

An diesem Samstag – mindestens neun weitere Tagungstage sollen folgen – geht es um gewichtige Zukunfts-Entscheidungen. Angesichts des Diktats immer schmaler werdender Finanz- mittel, sinkender Kirchenbesucherzahlen und der allgemeinen Problematik des demografischen Wandels steht auch St. Matthäus mit St. Theresia Evingsen und St. Josef Nachrodt vor Fragen wie: „Wie soll es bis 2030 und danach konkret vor Ort weitergehen?“ Können wir alle kirchlichen Gebäude halten, oder müssen wir welche aufgeben? Macht vielleicht eine weitere Zusammenlegung von Gemeinden Sinn? Welche Einschnitte im Friedhofs- und Bestattungswesen wird es geben? Wie gehen wir mit Kindergärten, sozialer Arbeit und der seelsorgerischen Betreuung und vielem mehr um?“

Pfarrer Ulrich Schmalenbach hat für Samstag, 21. November, Ina Kramer aus Paderborn als Moderatorin einer ersten Bestandsaufnahme gewinnen können. Sie ist hauptamtlich bei der Caritas im Bistum Paderborn beschäftigt. Nur: Ob es zum Samstagtermin wirklich kommt, ist zurzeit noch fraglich. Ein Blick ins Ruhrgebiet, so sagte es Schmalenbach abschließend, zeige, das man hier in großen Teilen der Gemeinden schon viel weiter sei, als auf dem Land. Das Bistum Essen erwartet bis 2017 Antworten. Er hofft jetzt, dass es noch Nachmeldungen für Samstag, 21. November, gibt. Die Tagung soll um 10 Uhr beginnen – sie endet um 17.30 Uhr mit dem gemeinsamen Besuch der Vorabendmesse.

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