Straff am Kinderbecken

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Die Polizei neben Günter Trunz vom ADAC Westfalen unterstützt die Verkehrssicherheitsaktionen des MSC Altena. 

Altena - Die Mutter wähnt ihren Säugling in Sicherheit: Auf dem Beifahrersitz hat sie ihn im Blick, der Gurt ist angelegt. Nachdem Günter Trunz einen Blick ins Auto geworfen hat, ist sie entsetzt: Die Mutter hatte alle Fehler gemacht, die man beim Transport eines so kleinen Kinds machen kann.

MSC-Verkehrsreferent Heinz Wagener hatte am Mittwoch mit dem Leiter des Bereichs für Verkehr und Umwelt im ADAC Westfalen mal wieder eine Kindersitz-Aktion in Altena gestartet. Auf dem Breitenhagen wurden in Zusammenarbeit mit der Polizei 40 Fahrzeuge angehalten, die Kindergarten- und Schulkinder an Bord hatten.

Heinz Wagener vom MSC klärte die Fahrer auf.

Die gute Nachricht vorab: Ungesichert war kein Kind unterwegs. Ein Drittel der Fahrer transportierte die Kinder ohne jegliche Beanstandungen. Mit der Mehrheit führten die Verkehrsexperten ein Beratungsgespräch.

Nicht immer ist der Airbag hilfreich

Der Mutter mit dem schlecht gesicherten Baby erklärte Günter Trunz, dass das Kind nicht auf den Vordersitz mit eingeschaltetem Airbag gehöre und auch nicht mit Blick in Fahrtrichtung. „So kleine Kinder haben nur eine schwache Hals- und Nackenmuskulatur, weshalb sie entgegen Fahrtrichtung im Auto sitzen sollten. Bei einem Aufprall wird der Kopf in den Sitz gedrückt und nicht nach vorn geschleudert.“ Der Schultergurt sollte hinten am Rücken entlangführen, der Beckengurt gehöre über die Beine.

Eltern dankbar

Für größere Kinder gilt: Das Becken muss im Falle eines Aufpralls den größten Druck ertragen und durch richtiges Anschnallen können Fahrer ihn auch dorthin lenken. „Beckenknochen können Belastungen weitaus besser Stand halten, als die Organe im Bauchraum“, erklärten Trunz und Wagener. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern serviceorientiert wurde aufgeklärt. Das wurde von vielen Eltern auch dankbar angenommen.

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