Kehlbreier schreibt Buch: Fußball und Religion

Dr. Dietmar Kehlbreier: Buchhilfe für den Religionsunterricht.

ALTENA - Dass er bekennender BVB-Fußball-Fan ist, hat sich herumgesprochen. Und das er aktuell ein Ticket für einen Stadionbesuch der Sonntag beginnenden Frauen-Fußball-WM im eigenen Land besitzt, erzählt Dr. Dietmar Kehlbreier eher so nebenbei.

Jetzt hat Altenas evangelischer Pfarrer ein Buch geschrieben, das schon bald im bundesweiten Religionsunterricht eingesetzt werden wird. Sein bezeichnender Titel: Fußball und Religion. Gemeinsam mit seinem Studienfreund Christhard Lück, der seit 2004 Professor für Evangelische Theologie an der Uni Wuppertal ist, befasst sich Kehlbreier in dem Druckwerk mit dem Mythos Fußball als (Ersatz)-Religion. Das im Bergmoser und Höller Verlag aufgelegte Buch ist speziell für die Jahrgangsstufen 7./8. verfasst, mithin auch besonders für die Zielgruppe der Konfirmanden geeignet.

Kehlbreier schreibt in seinem Vorwort: „Zahlreiche Jungen und Mädchen spielen Fußball. Jedes Wochenende ,pilgern‘ Hunderttausende in die Fußballstadien, die modernen Kathedralen gleichen.“ Gemeinsam mit Lück möchte er diesen „Resonanzboden“ für die christliche Botschaft nutzen. Die Autoren beleuchten sowohl die Rolle bekennender Fußball-Christen, die sich vor einem Spiel bekreuzigen oder hinterfragen Fangesänge, Fanparolen und -gebote und setzen sie in Parallelen zu Kirchenliedern und den zehn Geboten.

Dass sich Fans heute in Stadien-Kapellen trauen lassen, in Hamburg sogar in Sichtweite des Stadions ihre letzte Ruhe finden können, auch das wird nicht ausgelassen. Das Buch versteht sich als Planungsmaterial für einen aktuellen und schülerbezogenen Religionsunterricht, der über traditionelle Ansätze hinausgeht.

Kehlbreier lässt aber auch Aspekte wie Gewalt im Fußball und in der Religion nicht aus und macht die Benachteiligung von Frauen im Fußball (und in der Religion) zum Thema. „Wir sehen modernen Religionsunterricht als eine Art Raum der Begegnung zwischen Fußball und Religion. Auch so kann man Jugendliche zum Nachdenken über Gott und die Welt animieren“, so Kehlbreier. Das Autorenduo ist sicher, dass das Buch gute Ansätze enthalte für „eine kritisch urteilende Auseinandersetzung sowohl mit der Fußball- als auch mit der christlichen Religionskultur.“

von Johannes Bonnekoh

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