Stadt und Kreis arbeiten beim Thema Sanierung dank Kartierung gut zusammen

Altlasten gut im Griff

Probebohrung im Zuge einer detaillierten Untersuchung auf Altlasten.  Foto: Erkens/pmk

Altena -  1645 Altlasten listet ein entsprechendes Kataster des Märkischer Kreis auf – eine ganze Reihe davon befindet sich in Altena, weil in der Drahtindustrie seit jeher mit Säuren und anderen Chemikalien gearbeitet wurde.

Für Roland Balkenhol, den zuständigen Abteilungsleiter bei der Stadt, besteht trotzdem kein Grund zur Sorge. Er rät zu einem entspannten Umgang mit diesem Thema. Natürlich werde genau hingeschaut, bevor ein Altstandort wieder neu bebaut werde, natürlich werde auch gehandelt, wenn etwas gefunden werde. Als Beispiel nannte er jenen Teil des Güterbahnhofs, auf dem heute der Aldimarkt steht. Vor dessen Bau wurden Bodenproben entnommen, tatsächlich war ein Teil des Erdreichs verunreinigt – „die Firma Schenker hat dort mal eine Tankstelle betrieben“, weiß Balkenhol. Das verunreinigte Erdreich wurde ausgebaggert und entsorgt – keine große Sache, berichtet der Abteilungsleiter.

Ein ganz anderes Kaliber war eine Altlast, mit der es die Stadt in den 90er Jahren in der unteren Rahmede zu tun bekam: Direkt an der Auffahrt zum Breitenhagen, dort wo heute das Werk zwei der Firma Hesse steht, hatte die Firma Korzer ihren Betrieb eingestellt. Vor ihr nutzte die Schraubenfabrik Mayweg das Gelände, dort wurde auch mit Chrom gearbeitet – bis in zwei Meter Tiefe sei das Erdreich verseucht gewesen, erinnert sich Jürgen Hesse, dessen Betrieb die Fläche heute gehört. Gekauft hat er sie erst, nachdem sie sauber war – was mehrere Jahre dauerte und sehr viel Steuerzahlergeld verschlang.

Dass man unvermutet auf eine Altlast stößt, ist nach Mitteilung des Märkischen Kreises inzwischen eher unwahrscheinlich. Das Kataster sei sehr umfassend, bestätigt Balkenhol – auch alte Deponien, die es einst vor allem in der Rahmede gegeben habe, seien dort gelistet.

Von den 1645 Altlasten sei die Hälfte bereits untersucht worden, teilt der Märkische Kreis mit und ist darauf ein bisschen stolz: Im Landesdurchschnitt wurden erst 30 Prozent der Verdachtsflächen untersucht.

Der Kreis ist als Untere Bodenschutzbehörde verpflichtet, Fakten über altlastverdächtige Flächen zu erheben, die Informationen zu diesen Standorten in einem Kataster aufzunehmen und zu ermitteln, ob von den Grundstücken eine Gefährdung ausgeht. Die im Altlastenkataster vorhandenen Kenntnisse über die Gefährdungslagen der Flächen geben zusätzliche Sicherheit, wenn solche Grundstücke wieder genutzt werden sollen.

Wenn das der Fall sei, dann werde regelmäßig noch mal genauer nachgeschaut, erklärt Balkenhol. Es werde vor dem Beginn von Abbruch- oder Aushubarbeiten verabredet, welche weitergehenden Untersuchungen vor einer Umnutzung erforderlich seien. Die Zusammenarbeit mit dem Kreis als unterer Bodenbehörde bezeichnete er als als „gut und völlig unaufgeregt“.

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