Bruno "Günna" Knust: Mit Verstand und Schnauze

Gegen Lachen kannze nix machen! Stimmt, werden alle bestätigen, die Bruno Knust alias Günna am Samstag in der Burg Holtzbrinck gesehen haben. Der Ruhrpott-Komiker hatte seine Zuschauer ganz schnell auf seiner Seite. - Fotos: Hornemann

Altena - Wenn in Günnas Jugend die Nachbarin ihr Kind anschrie, dann räumte Günna sein Zimmer freiwillig auch auf. Und wenn sie richtig guten Sex gehabt hatte, dann rauchte die ganze Siedlung die Zigarette danach mit. So war das früher im Ruhrpott. Und diese Zeiten waren richtig schön!

An Ausflüge ins Sauerland konnte sich der Dortmunder Kabarettist natürlich auch gut erinnern. Kaum waren die Kinder im Wald eingetroffen, dann zündeten sich die Väter und Großväter erst mal ein Zigarettchen an. So viel Frischluft waren die Lungen der industriegeprägten Ruhrpottler einfach nicht gewohnt. Heute ist die Luft in Dortmund sauber und die Rentner atmen einmal tief durch, wenn sich mal eine Wolke mit Vulkanasche über Europa ergießt. Ein herrliches Gefühl für die Senioren in Günnas Kiez...

2016 sind Waldausflüge wie damals undenkbar. „Man kann die Kinder auch nicht mehr im Wald aussetzen. Die orten sich selber mit GPS, rufen sich ein Taxi und sind schneller zuhause als man selbst“, stellte Günna, auch bekannt als Bruno Knust, am Samstag fest. Vor zwei Wochen war Einschulungsfeier gegenüber seines Wohnhauses. Die Kinder waren so verfettet, dass der Bordstein auch bei ihm spürbar bebte.

Günna ist überzeugt, dass ein langes Leben im Geheimrezept seines Vaters liegt: „Einfach nicht sterben!“ hat der ihm geantwortet, als sein Sohn ihn neulich fragte, wie man alt wird. „Und zum Arzt gehen, der nimmt ja jetzt keinen Eintritt mehr“, ergänzte der Papa. Dem Doktor sollte man durchaus was von dem abnehmen, was er verordnet, denn der will ja auch leben. Die Mittel sollten daheim aber schleunigst entsorgt werden, „denn man selbst will ja auch leben!“

Die Lebensweisheiten und feinen Beobachtungen aus dem Hause Knust kommen hervorragend beim Publikum an. Der Künstler hat sein Publikum schnell auf seiner Seite, denn der Humor der Sauerländer und Ruhrpottler haben viele Berührungspunkte. Günnas koddrige Schnauze trägt viel dazu bei, dass die Gäste in der ausverkauften Burg Holtzbrinck lachen, juchzen und jubeln. Viel Zeitgeistiges schwingt im Programm „Gegen Lachen kannze nix machen“ mit. Da spielt das Internet natürlich eine große Rolle: „Heute geht ja keiner mehr ins Pornokino. Nachher denken die Nachbarn noch, man hätte keine eigene Internetverbindung zuhause...“

Günnas Scherze, echt und gepaart mit manch unbequemer Wahrheit, verbinden an diesem Abend. Und damit trifft der ehemalige Stadionsprecher von Borussia Dortmund sogar den Humor von manchem Schalker...

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