Junge Flüchtlinge im Erwachsenenalter größte Besuchergruppe im Jugendzentrum

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Politik am Billardtisch: Der Jugendhilfeausschuss sah sich vor seiner Sitzung im JuZ 29 an der Lüdenscheider Straße um.

Altena - Immer mehr Besucher des städtischen Jugendzentrums JuZ 29 sind über 22 Jahre alt und Flüchtlinge. Das berichtete Harald Thöne am Dienstag den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses.

Damit hat sich die Arbeit für ihn und seine Kollegen drastisch verändert. „Früher waren die meisten mit 16 oder spätestens 18 Jahren sozusagen rausgewachsen“, schilderte Thöne. Seit 2014 kommen immer mehr 22- bis 26-jährige Männer, sie sind inzwischen die stärkste Besuchergruppe. Das kann Thöne deshalb so genau sagen, weil im JuZ 29 Buch geführt wird. 2014 kamen genau 2088 Besucher, 336 davon waren junge Erwachsene.

In diesem Jahr wurden bis einschließlich Oktober 1530 Gäste begrüßt, 492 davon gehörten zur Gruppe der jungen Erwachsenen. Dass das JuZ für die Flüchtlinge so attraktiv sei, liege auch daran, dass die meisten gleich nebenan die Sprachkurse des Stellwerks besuchten. „Die gehen da raus und kommen hier rein“, sagte Thöne und beschrieb die Gäste als „völlig unproblematische Leute“. Trotzdem bedeute der Wandel für ihn und seiner Mitarbeiter eine Herausforderung: „Das fängt ja schon mit der Sprache an“.

Zulauf der jungen Flüchtlinge beschränkt sich auf JuZ28

Ein Segen sei es, dass sich unter den Honorarkräften eine junge Frau befinde, die Arabisch spreche, sagte Thöne. Übrigens beschränkt sich der Zulauf junger Flüchtlinge auf das JuZ 29. „In Dahle und auf dem Nettenscheid ist das ganz anders. Dort sind die Jugendzentren nach wie vor Treffpunkte für die Jugend aus dem Dorf. An der Lüdenscheider Straße wird „offene Jugendarbeit“ praktiziert. Das bedeutet, dass die Tür immer für jeden offen ist und dass es nur selten ein „Programm“ gibt. Als der Jugendhilfeausschuss am Dienstag vorbeischaute, wurde zum Beispiel gemeinsam gekocht, für den Dezember ist ein Ausflug in die neue Kletterhalle auf Rosmart geplant und in den Ferien bietet das JuZ zusammen mit den beiden anderen Jugendzentren in Dahle und auf dem Nettenscheid regelmäßig Tagesfahrten an. 

Kinderferienaktionen, der alljährliche Poetry Slam und die Aktion Altenativ zur Aids- und Drogenprävention gehören ebenfalls zum Programm. Thöne ist der einzige hauptamtliche Mitarbeiter für die drei Jugendzentren. Unterstützt wird er von zwei Bufdis und gut einem Dutzend Honorarkräften. Das bedeute natürlich auch, dass es permanenten Wechsel unter den Mitarbeitern gebe, sagte Thöne.

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