Am 9. Juli 2016 endet eine Ära in Altena

Hauptschule Rahmede: Die Tage sind gezählt

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Lehrer Markus Kostka (Bildmitte) fällt kaum auf zwischen den 24 jungen Leuten, die als letzte Klasse die Hauptschule Rahmede noch bevölkern.

Altena - Noch eine Woche bis zum 9. Juli 2016. Dann läuft die Hauptschule Rahmede endgültig aus, geht die Ära dieser Schulform in Altena zu Ende. 24 junge Leute der Jahrgangsstufe 9 besuchen zurzeit noch die Einrichtung am Nüggelnstück 3. Vergangenen Montag gingen die letzten Zehner, bis da bestand die Schulgemeinschaft noch aus 59 Schülern und sieben Lehrkräften.

Dreht  am Freitag, 9. Juli,  letztmalig den Schulschlüssel am Nüggelnstück 3 um: Die kommissarische Schulleiterin Ulrike Busse.

In Spitzenzeiten, so erinnert sich die kommissarische Schulleiterin Ulrike Busse, „haben wir am Nüggelnstück mehr als 550 Jungen und Mädchen unterrichtet. Das Kollegium zählte zeitweise 38 Köpfe.“ Lange her – ebenfalls Geschichte. Am 8. Juli wird die Konrektorin der Hauptschule Stadtpark aus Lüdenscheid – an diese Schule wechseln auch alle Rahmeder Jungen und Mädchen – endgültig absperren. „Den Schulschlüssel habe ich aber noch bis zum 30. Juli in Verwahrung. Dann ist offiziell alles vorbei“, klingt schon ein wenig Bitterkeit bei Busse durch. „Sowohl meine Kollegen als auch ich selbst haben gerne an der Hauptschule unterrichtet. Wir standen und stehen voll hinter dieser Schulform“, sagt die gebürtige Gelsenkirchenerin. „Doch der politische Wille war eben anders...“ Herzlich dankte sie neben den Schülern und dem Kollegium auch den Eltern. „Die hatten in den vergangenen Jahren, als absehbar war, das wir auslaufen, viel auszuhalten“, blickt sie zurück. Das sei nicht einfach gewesen. „Aber alle haben an einem Strang gezogen, da war keine Spur von Resignation. Alle waren weiter motiviert.“ Mit Freude stellt sie fest, „dass alle Kinder gut versorgt sind – wie auch die Kollegen“. Natürlich sei es für alle „ein schwieriger Neustart“, aber für die Jugendlichen wird er ein wenig leichter, weil ihr jetziger Neuner-Klassenlehrer Markus Kostka mit den Mädchen und Jungen zur Schule Stadtpark nach Lüdenscheid wechselt. Stolz stellt Busse fest, dass am Nüggelnstück in all den Jahren und Jahrzehnten „stets gute Bildungsarbeit geleistet wurde. Das wurde uns von außen immer wieder gespiegelt.“ Dass die Vereine des Stadtteils die Turn- und Sporthalle weiter nutzen können, ist für Busse „ideal“. Und dass zum 1. August im rechten Flügel des Hauses die Europa-Schule einzieht, die Sprachkurse für Migranten anbietet, „ist ebenfalls gut. Das Schulgebäude ist vielleicht alt, aber bestens in Schuss.“ Mit einem von der SV angestoßenen besonderen Aktion nahmen alle Schüler und Lehrer bereits an einem Projekttag gemeinsam ein wenig Abschied. „Wir haben zusammen gefrühstückt, spezielle Angebote an diesem Tag gefahren und es einfach genossen“. Dass viel Mobilar und der Inhalt der Fachräume gut verteilt wurden, erwähnt Busse am Rande. „Die sinnvolle Nachnutzung ist gewährleistet.“ Auch das sei der guten Zusammenarbeit mit dem Schulträger, der Stadt Altena geschuldet. „Das hat immer bestens funktioniert.“

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