Keiner redet übers Jugendzentrum

+
Die Tür des Juz bleibt zu: Noch nicht einmal ein Schild weist darauf hin, dass Altenas größtes Jugendzentrum die ganzen Sommerferien über geschlossen hat. Grund sind größere Reparaturen.

Altena - Nachrodt will sein einziges Jugendzentrum schließen – aus Kostengründen. Auch Altena hat kein Geld. Die drei städtischen Jugendbegegnungsstätten stehen trotzdem nicht zur Diskussion, jedenfalls nicht offiziell.

240 000 Euro pro Jahr gibt die Stadt trotz nicht unerheblicher Landeszuschüsse für Jugendförderung aus. Der größte Teil davon fließt ins Juz 29 an der Lüdenscheider Straße und an die beiden Begegnungsstätten auf dem Nettenscheid und in Dahle – drei Einrichtungen für knapp 2000 Altenaer im Alter von 6 bis 18 Jahren.

Ein großer Teil der Ausgaben sind Personalkosten – einerseits für den einzigen fest angestellten Mitarbeiter, andererseits aber auch für eine ganze Reihe von Honorarkräften, ohne die der Betrieb nicht aufrecht erhalten werden könnte. Das koste um die 40000 Euro pro Jahr, erklärte Stadtkämmerer Stefan Kemper am Mittwoch.

Ob das gut angelegtes Geld ist, weiß zumindest im kommunalpolitischen Raum niemand so genau – Uwe Kober, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, räumte ein, dass sich dieses Gremium seit Jahren weder mit der Frequentierung noch mit dem Angebot der drei Einrichtungen beschäftigt habe. Trotzdem findet er es im Grundsatz richtig, dass die Jugendzentren bisher bei den Sparbemühungen der Stadt keine Rolle spielten: „Wir haben schließlich schon genug geschlossen“. Der CDU-Politiker erinnert auch daran, dass Altena mit Stolz den Titel einer familiengerechten Kommune trägt – „dazu gehört ja auch, dass wir solche Einrichtungen vorhalten“.

Zweifel an der Notwendigkeit der Einrichtungen könnten dadurch genährt werden, dass das Juz 29 in den Sommerferien komplett geschlossen bleibt und dass die entsprechende Ankündigung der Stadtverwaltung keinerlei Reaktionen der Betroffenen hervorrief. Weder auf der Homepage des Jugendzentrums (auf der der letzte Eintrag unter Aktuelles von 2013 stammt) noch an der Eingangtür des Juz wird in irgendeiner Form auf diese Schließung hingewiesen. Auch Kober erfuhr davon erste durch eine Anfrage unserer Zeitung.

Axel Freund, der stellvertretende Leiter der Abteilung Jugend und Soziales, erklärte diese Schließung zum einen damit, dass die insgesamt vierwöchige Ferienaktion auf dem Nettenscheid das vorhandene Personal stark in Anspruch nehme. Zum anderen stünden im Juz 29 größere Reparaturarbeiten an, die während der Ferien erledigt werden sollen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare